Ciao Job, hallo Maschine

Markt / 20.11.2015 • 10:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Viele Jobs werden in Zukunft von Robotern ausgeführt werden. Dennoch wird ohne Menschen nichts gehen.
Viele Jobs werden in Zukunft von Robotern ausgeführt werden. Dennoch wird ohne Menschen nichts gehen.

Routinetätigkeiten werden automatisiert, menschliche Kreativität wird gefragter denn je sein.

Digitalisierung. (cro) Wie ein Damoklesschwert schwebt die Angst über vielen Arbeitnehmern. Werde ich schon bald durch eine Maschine ersetzt, die dann meine Arbeit übernimmt? Wird es auch mir so gehen wie den U-Bahn-Fahrern von Helsinki, Paris, Barcelona, Budapest, São Paulo und inzwischen auch schon Nürnberg? Seit 2009 rauschen die Züge nämlich vollautomatisch durch die Unterwelt. Der Blogger Frank Schabel von Hays Recruiting experts worldwide sieht zwei Trends auf die Arbeitswelt zukommen. Zwei, die auf den ersten Blick sehr gegensätzlich sind. „Zum einen wird sich die Digitalisierung vieler Aufgaben nicht aufhalten lassen“, weiß der Experte, „zum anderen bekommt jedoch der Service durch Menschen eine steigende Bedeutung.“ Auch der populäre deutsche Philosoph Richard David Precht, der Anfang November beim Bildungsforum in Bregenz referierte, geht davon aus, dass rund die Hälfte aller Jobs in den kommenden 20 Jahren verloren gehen.

Rationalisierung

Die Digitalisierung ermögliche in Produktion und Büro neue automatisierte und rationalisierte Prozesse, die etliche Routinejobs im mittleren Qualifikationsniveau ersetzen. Konkret spricht Blogger Frank Schabel das Controlling und die Buchhaltung an. Genauso betroffen aber könnte auch das Feld der Anlageberatung sein. „Hier werden Aufgaben automatisiert und Jobs wegfallen.“ Ebenso in der Industrie. Auch hier werden Roboter Arbeitsplätze beispielsweise in der Automatisierungstechnik ersetzen. Ganz zu schweigen von 3D-Druckern, die in Zukunft ungeahnte Produktionsmöglichkeiten öffen. Doch es wird nicht nur rationalisiert: „Die Digitalisierung bringt wieder neue Betätigungsfelder mit sich“, sagt Schabel. Gesucht sind zukünftig Data Scientists, Data Architects und Cloud Architects. Diese sogenannten „Architekten“-Jobs werden in der komplexen und offenen IT-Welt mit vielen Softwarekomponenten immer wichtiger.

Gegentrend

Doch jeder Trend entfacht auch einen Gegentrend. So werden als Pendant der persönliche und menschliche Service hoch im Kurs stehen. Schabel denkt dabei an anspruchsvolle Jobs im Gesundheits- und im pädagogischen Bereich. Wichtiger werden auch Jobs im unteren Segment, die sich Reiche leisten. Es muss ja nicht unbedingt das Butler-Service sein, aber vielleicht Dienstleistungen eines Gärtners. Ob das zukünftig mehr oder weniger Jobs bedeute, lasse sich jedoch nicht beantworten. Sicher sei aber, dass Routinetätigkeiten automatisiert werden und menschliche Kreativität gefragter denn je sein wird.