Siemens-Chef: „Es gibt keinen Grund, Trübsal zu blasen“

24.11.2015 • 21:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Siemens-Vorarlberg-Sprecher Spratler (li.) und Konzernchef Hesoun: „Gerüstet für die Zukunft.“ VN/Steurer
Siemens-Vorarlberg-Sprecher Spratler (li.) und Konzernchef Hesoun: „Gerüstet für die Zukunft.“ VN/Steurer

Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun sieht Hightechkonzern auf richtigem Weg.

Schwarzach. (VN-sca) Wie macht sich ein knapp 170 Jahre altes Unternehmen zukunftsfähig? Das geht nicht ohne Blessuren. Doch inzwischen sei es gelungen, den schwerfälligen Dampfer Siemens wieder wendiger und schneller zu machen, ist der Vorstandsvorsitzende von Siemens Österreich, Wolfgang Hesoun (55) überzeugt.  Während weltweit rund 10.000 Mitarbeiter abgebaut wurden, blieben in Österreich alle Arbeitsplätze erhalten, „weil wir schon vor dem Umbau nahe am Kunden waren und effizient gearbeitet haben“, so Hesoun beim Besuch in der VN-Redaktion. Der Vorarlberger Siemens-Niederlassungsleiter Bernd Spratler (64) und der Leiter der Mobilitätsdivision, Arnulf Wolfram (56), bestätigen die Sicht ihres Vorstandes.

Durch die Bündelung der Bereiche sei man bei Siemens auf die Zukunft vorbereitet. Neben dem Energiesektor, der aufgrund der deutschen Energiewende insgesamt schwächelt, setze man auf die Digitalisierung des Energietransports und die Building Technology genannte Division. Dies und die Aktivititäten im Mobilitätsbereich, in Österreich befindet sich das weltweite Headquarter für „Urban Transport“, sollen den Megatrend zur weiteren Urbanisierung der Welt für den Konzern, der weltweit rund 350.000 Menschen beschäftigt, gewinnbringend begleiten.

In Österreich arbeiten insgesamt rund 10.400 Menschen für Siemens. Der Umsatz von Siemens in Österreich lag im Geschäftsjahr 2013/14 bei rund drei Milliarden Euro. „Mit österreichweit sechs Werken und einer Niederlassung in jedem Bundesland beschäftigt das Unternehmen in diesem Land rund 6600 weitere lokale Lieferanten“, legt Hesoun Wert auf die Wertschöpfungskette, die ein Unternehmen wie Siemens biete. In Vorarlberg arbeite man mit 300 Lieferanten zusammen. Die Niederlassung in Bregenz beschäftigt über 70 Mitarbieter, das Geschäftsvolumen liegt bei 65 Millionen Euro, eingekauft wird bei den Partnern vor Ort für über 16 Millionen Euro, so Niederlassungsleiter Spratler zur Rolle der Niederlassung im Vorarlberger Umfeld. Für Hesoun liegt in dieser lokalen Verwurzelung eines der Erfolgsgeheimnisse des Technologiekonzerns. Aktuelle Projekte in Vorarlberg sind das Gebäudemanagement im neuen Headquarter des Seilbahnbauers Doppelmayr und die gesamte elektrotechnische Ausrüstung des Rellswerkes der Illwerke AG. Überhaupt seien die  vkw illwerke die Einzigen, die derzeit in neue Kraftwerke und damit in die Zukunft investieren, stellt Hesoun fest. Auf einen Auftrag aus Vorarlberg hofft indes auch Wolfram, der gerade die neuen City-Jet-Züge in den Dienst der ÖBB stellte. Vorarlberg wünsche sich bekanntlich neue Züge, der City Jet sei das richtige Produkt, wirbt er.

Hesoun macht sich aber Sorgen um den Standort Österreich, nicht etwa aus den bekannten Gründen, sondern wegen der schlechten Stimmung in der Wirtschaft, die auch die guten Leistungen der heimischen Unternehmen unter den Scheffel stelle. „Wir haben uns in eine Lamentiererei hineinmanövriert, die uns nicht gut tut.“ Tatsache sei, dass viele Unternehmen sehr gute Ergebnisse vorweisen können und Österreich so viele Arbeitsplätze biete wie noch nie: „Wir haben keinen Grund, Trübsal zu blasen.“ Wie das von manchen Interessenvertretern schlechtgeredet werde, so der Wiener IV-Präsident, sei oft gefährlich und unseriös. Man müsse doch auch auf einer vernünftigen Ebene zu gewünschten Verbesserungen für die österreichische Wirtschaft finden.

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