Der Endspurt für Steuersparer läuft

Markt / 28.12.2015 • 22:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Steuern sparen kann man, indem man Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen noch dieses Jahr bezahlt.  Foto: VN/Paulitsch
Steuern sparen kann man, indem man Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen noch dieses Jahr bezahlt. Foto: VN/Paulitsch

VN-Steuerexperten Gerhard Fend und Peter Bahl mit Tipps zum Jahresende für Unternehmer und Private.

Schwarzach. (VN-reh) Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Damit ist auch der Endspurt für jene eingeläutet, die heuer noch Steuern sparen möchten. Die VN-Steuerexperten Gerhard Fend und Peter Bahl (Bahl Fend Bitschi Fend Steuerberatung, Rankweil) geben wichtige Tipps für Private und Unternehmer zum Jahresende.

» Arbeitnehmerveranlagung: Am 31. 12. 2015 endet die Frist für den Antrag auf die Arbeitnehmerveranlagung 2010. Rückerstattungen von Lohnsteuern sind u. a. bei schwankenden Bezügen, bei Geltendmachung von Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbeträgen bzw. des Kinderzuschlages, bei Verlusten aus anderen Einkünften oder bei Gutschriften durch Negativsteuern zu erwarten. Auch Werbungskosten, Pendlerpauschale und Pendler­euro, Sonderausgaben (z. B. Spenden oder Kirchenbeiträge) oder außergewöhnliche Belastungen (z. B. Kinderbetreuungskosten, Heilbehelfe für Kinder wie Brille und Zahnspange) bringen eine Refundierung. Derartige Ausgaben können nur im selben Jahr abgesetzt werden. Wer 2012 über die Höchstbemessungsgrundlage hinaus Kranken-, Arbeitslosen- und Pensionsversicherungsbeiträge geleistet hat, kann sich diese bis 31.12.2015 rückerstatten lassen.

» Grunderwerbsteuer: Im Einzelfall kann es günstiger sein, eine Liegenschaftsschenkung im Familienverband noch 2015 vorzunehmen. Geplante Liegenschaftsverkäufe durch natürliche Personen sollten ebenfalls noch vor dem 1.1.2016 finalisiert werden. Die Immobilienertragsteuer erhöht sich um 20 Prozent.

Steuertipps für Unternehmen

Unternehmer sollten vor dem Jahresende ihre steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten nochmals überprüfen, raten die Experten.

» Gewinnfreibetrag: Natürliche Personen können einen Gewinnfreibetrag in Höhe von 13 Prozent des Gewinnes (max. 45.350 Euro pro Jahr) in Anspruch nehmen. Der Grundfreibetrag (max. 3900 Euro) steht allen zu. Voraussetzung für einen darüber hinaus gehenden Freibetrag ist, dass Investitionen in begünstigte Wirtschaftsgüter getätigt werden. Dazu gehören z. B. Maschinen oder bestimmte Wertpapiere (Wohnbauanleihen). Um den Freibetrag optimal zu nutzen, sollte der voraussichtliche Gewinn 2015 berechnet und heuer noch investiert werden.

» Energieabgabenvergütung: Produktionsbetriebe können sich die bezahlten Energieabgaben teilweise zurückerstatten lassen. Der Antrag für 2010 kann noch bis zum 31.12.2015 gestellt werden.

» Spenden: Spenden aus dem Betriebsvermögen an begünstigte Institutionen bis zu einer Höhe von 10 Prozent des Gewinnes des laufenden Jahres können abgesetzt werden, müssen jedoch noch bis zum 31.12.2015 geleistet werden.

» EA-Rechner: Bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern gilt das Zufluss-/Abfluss-Prinzip. Für die steuerliche Erfassung von Einnahmen/Ausgaben ist das Datum der Zahlung maßgebend. Durch das Verschieben von Einnahmen in das Jahr 2016 oder das Vorziehen von Ausgaben kann der Gewinn des laufenden Jahres noch beeinflusst werden. Wegen der Reduktion der Steuersätze 2016 sollte das heuer genau geprüft werden.

» Weihnachtsgeschenke: An Mitarbeiter sind sie bis zu 186 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn es sich dabei um Sachzuwendungen (z. B. Warengutscheine, Goldmünzen) handelt. Achtung: Geldgeschenke sind immer steuerpflichtig.

» Aufbewahrungspflicht: Am 31. 12. 2015 endet die siebenjährige Aufbewahrungspflicht für Bücher, Aufzeichnungen und Belege des Jahres 2008. Ausgenommen sind Unterlagen, die in einem anhängigen Berufungsverfahren von Bedeutung sind. Unterlagen Grundstücke betreffend müssen bis zu 22 Jahre aufbewahrt werden.

» Zukunftssicherung: Zuwendungen des Dienstgebers für zukunftssichernde Maßnahmen seiner Dienstnehmer sind bis 300 Euro (pro Jahr und Dienstnehmer) lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Voraussetzung dafür ist, dass sie für alle Dienstnehmer oder für bestimmte Gruppen von Dienstnehmern geleistet werden. Dazu gehören z. B. Prämien für Lebens-, Unfall- oder Krankenversicherungen.

Die Immobilienertragsteuer erhöht sich 2016 um 20 Prozent.

Peter Bahl

Geldgeschenke an Mitarbeiter sind immer steuerpflichtig.

Gerhard Fend