Stimmige Beziehungen

Markt / 08.01.2016 • 09:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Arbeitgeber und -nehmer führen auch eine Art Beziehung. Deshalb sollte die Chemie stimmen.  Foto: Fotolia
Arbeitgeber und -nehmer führen auch eine Art Beziehung. Deshalb sollte die Chemie stimmen. Foto: Fotolia

Weiterbildung, genügend Urlaub und flexible Arbeitszeiten stehen auf dem Wunschbarometer ganz oben.

BEFRAGUNG. (VN-dh) In 40 Berufsjahren verbringen wir rund 77.000 Stunden in der Arbeit – oder knapp neun volle Jahre mit unseren Arbeitgebern. Das ist mehr als in mancher Paarbeziehung. Allein schon diese Zahl unterstreicht, wie wichtig es ist, dass die Chemie zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern stimmt. Das in Deutschland ansässige Unternehmen Sodexo – Anbieter für betriebliche Sozialleistungen – ging deshalb der Frage auf den Grund, wie es um die Beziehung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern tatsächlich steht.

Im „Sodexo Beziehungsbarometer“ befragte das Unternehmen 1000 Arbeitnehmer nach ihren Wünschen und Erfahrungen im Verhältnis zum Arbeitgeber. Besonders bei der persönlichen Entfaltung im Unternehmen scheint es dabei Nachholbedarf zu geben: So kann fast die Hälfte der Arbeitnehmer (47 Prozent) nur selten oder gar nicht an Weiterbildungen teilnehmen, obwohl sich 88 Prozent der Arbeitnehmer Weiterbildungen wünschen würden. Die meisten Arbeitnehmer wünschen sich mehr Freiraum und Chancen zur persönlichen und fachlichen Entwicklung im Rahmen von Weiterbildungen. So würde gut ein Drittel gerne an sich arbeiten, um den jetzigen Job noch besser zu machen. Jeder sechste Arbeitnehmer ist auch an Weiterbildungen interessiert, die auf seine Persönlichkeitsentwicklung eingehen. Laut Sodexo-Studie bekommen jedoch nur 20 Prozent der Arbeitnehmer tatsächlich genug Impulse und können regelmäßig an internen Weiterbildungen teilnehmen. 15 Prozent erhalten darüber hinaus regelmäßig Weiterbildungen, allerdings gibt der Arbeitgeber diese vor.

Individueller Rhythmus

Abgesehen von Weiterbildungen gibt es aber noch weitere Faktoren, die für eine glückliche Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber essenziell sind. Auf Platz eins wählen 90 Prozent der Befragten eine ausreichende Zahl von Urlaubstagen – mal Pause voneinander machen tut gut.

So sind auch 82 Prozent der Befragten der Meinung, dass flexible Arbeitszeiten für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz wichtig oder sogar sehr wichtig sind. Jeder Arbeitnehmer kann dann nach seinem individuellen Rhythmus arbeiten und auch andere private Interessen besser integrieren. Wenn viel in die Beziehung investiert wird, so muss dies auch wenigstens honoriert werden.

75 Prozent der Arbeitnehmer finden es wichtig oder sehr wichtig, dass es keine Überstunden gibt oder diese zumindest bezahlt werden. Das Home Office hingegen scheint nur für 40 Prozent der Angestellten wichtig zu sein und Freizeitangebote vom Arbeitgeber schätzen auch nur 24 Prozent. „Die Umfrage macht deutlich, dass für Arbeitnehmer neben dem Gehalt auch andere Faktoren stimmen müssen“, betont George Wyrwoll, Sodexo-Unternehmenssprecher und HR-Experte.