Verkauf soll Wachstum von Gantner beflügeln

Markt / 17.02.2016 • 22:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gantner-Geschäftsführer Elmar Hartmann erhofft sich durch die Übernahme durch Ardian ein beschleunigtes Wachstum. Foto: VN/Hartinger
Gantner-Geschäftsführer Elmar Hartmann erhofft sich durch die Übernahme durch Ardian ein beschleunigtes Wachstum. Foto: VN/Hartinger

Milliardeninvestor Ardian kauft gemeinsam mit Gantner-Management Schrunser Hightech-Unternehmen.

Schruns. (VN-reh) Die französische Beteiligungsgesellschaft Ardian will die Gantner Holding kaufen (die VN berichteten). Der Investor erwirbt das Schrunser Hightechunternehmen von der Identec Group AG des Vorarlberger Investors Martin Zumtobel. Und das, wie jetzt bekannt wurde, gemeinsam mit dem bestehenden Gantner-Management. Damit soll Kontinuität für die weitere Entwicklung sichergestellt werden.

Über die Details des Deals wurde naturgemäß Stillschweigen vereinbart. Fest steht nur, dass die Gantner-Übernahme das 13. Investment aus dem mit 500 Millionen Euro ausgestatteten Expansion Funds III von Ardian ist. Damit werden derzeit mittelgroße Mehrheitsübernahmen mit einem Unternehmenswert von bis zu 150 Millionen Euro finanziert. Im Fokus stehen dabei wachstumsstarke, international ausgerichtete Firmen.

So wie Gantner. Mit Unterstützung von Ardian soll die Position des Schrunser Zutrittsystem-Spezialisten gestärkt und weiteres Wachstum durch die Erschließung neuer Märkte generiert werden. Wachsen will man zudem auch durch strategische Unternehmensübernahmen. Gantner-Geschäftsführer Elmar Hartmann (46) freut sich auf den gemeinsamen Weg mit den Franzosen. „Mit Ardian haben wir einen unternehmerischen Partner gefunden, der unser Geschäft versteht und uns dabei unterstützt, die weitere internationale Expansion zu beschleunigen.“

Auch bei Ardian ist man bester Dinge und feilt schon an gemeinsamen Strategien. Zusammen mit dem Management soll auch das bestehende Produktportfolio weiterentwickelt werden. „Wir werden das Team mit unserem internationalen Netzwerk beim Eintritt in weitere Märkte unterstützen“, erklärt Dirk Wittneben, Managing Director bei Ardian, und zuständig für die Investments im deutschsprachigen Raum.

Management beteiligt

Wer von den beiden Partnern letztlich welche prozentualen Anteile an Gantner hält, auch dazu herrscht Stillschweigen. Offiziell zu erfahren ist nur, dass Ardian die Mehrheit und das Gantner-Management, das zuvor nicht am Unternehmen beteiligt war, „einen signifikanten Anteil am Unternehmen erworben hat“. Inoffiziell spricht man von 20 Prozent.

Jetzt liegt es an der Bundeswettbewerbsbehörde, ob der Kauf durchgeht. Sie hat bis zum 14. März 2016 Zeit, die Übernahme zu genehmigen oder eine Prüfung durch das Kartellgericht zu beantragen.

Viele Interessenten für Gantner

Für den Dornbirner Investor Martin Zumtobel erfolgt der Verkauf indes „zu einem derzeit guten Zeitpunkt“. Das Unternehmen sei sehr gut aufgestellt und könne auf eine wachstumsorientierte Entwicklung in den vergangenen Jahren zurückblicken. Man habe mehrere Angebote von Investoren für Gantner gehabt. Für Ardian habe man sich letztlich entschieden, weil das bestehende Management am Unternehmen beteiligt wird.

Die an der Transaktion beteiligten Unternehmen

» Gantner

1982 in Schruns gegründet, gehört der Betrieb zu den europaweit führenden Anbietern von Systemen, die auf Basis der RFID-Technologie das automatische und berührungslose Identifizieren ermöglichen. Die Lösungen werden u. a. in Fitnessclubs, Freizeitparks, Schwimmbädern oder öffentlichen Gebäuden verwendet. 2015 betrug der Umsatz 36 Millionen Euro, ein Plus von über 20 Prozent.

» Ardian

wurde 1996 von Dominique Senequier gegründet, die das Unternehmen heute noch führt. Die Gesellschaft verwaltet für Investoren aus Europa, Nordamerika und Asien aktuell Vermögenswerte in Höhe von 55 Milliarden US-Dollar. Ardian hat 410 Mitarbeiter in Büros in Frankfurt, Jersey, London, Luxemburg, Madrid, Mailand, New York, Paris, Peking, San Francisco, Singapur und Zürich.

» Identec Group

ein international führender Anbieter von Machine–to–Machine („M2M“) Lösungen. Objekte werden identifiziert, vernetzt und über die gesamte Wertschöpfungskette verfolgt. Die Informationen werden Cloud-basiert zur Verfügung gestellt. Martin Zumtobel ist Vorsitzender des Verwaltungsrates. Die Industrieholding hat mehrere Unternehmen im Portfolio, u. a. auch Identec Solutions Lustenau.