Eintauchen in virtuelle Welten

Markt / 24.02.2016 • 18:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ob bei der Deutschen Telekom (l.) oder Samsung: Virtuelle Realität heißt das Zauberwort auf dem Mobile World Congress in Barcelona.  Fotos: AFP
Ob bei der Deutschen Telekom (l.) oder Samsung: Virtuelle Realität heißt das Zauberwort auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Fotos: AFP

Mobile World Congress in Barcelona zeigt, wie weit die Technik heute schon ist.

Barcelona. Eine faszinierende Unterwasserwelt. Majestätisch gleiten riesige Manta-Rochen durchs Meer. Und vom Deck eines rostigen Schiffswracks aus wird man ohne Schnorchel oder Atemgerät Zeuge, wie ein imposanter Wal zum Berühren nah vorbeigleitet. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona demonstriert der taiwanesische Hersteller HTC mit Demos seiner Brille Vive, wie lebensecht virtuelle Realität aussehen kann. Mit einer Rift-Brille des Konkurrenten Oculus können Messebesucher aber auch mal zwischendurch einen atemberaubenden Skisprung wagen.

Auf der diesjährigen Mobilfunkmesse sind virtuelle Welten, in die der Nutzer eintauchen kann, eines der ganz großen Themen. Virtuelle Realität soll im harten Kampf um Marktanteile auch den neuen Smartphones mehr Glanz und Zusatznutzen verschaffen. Wie das gehen kann, daran arbeiten die Hersteller mit verschiedensten Konzepten. LG will mit einer Brille punkten, die kleiner und leichter auf der Nase sitzt als die der Konkurrenz. Während die LG 360 VR mit dem Kabel an das Smartphone als Inhaltelieferant verbunden ist, steckt das Telefon bei Samsungs Gear VR in der Brille selbst. Die Hersteller gehen davon aus, dass die ersten Impulse für den neuen Markt aus der Computerspielbranche kommen werden. Aber auch im professionellen Einsatz, etwa in der Medizin oder im Einzelhandel sehen sie zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten.

Nach Paris „beamen“

Ein Szenario, wie sich virtuelle Realität auch für die Kommunikation nutzen lässt, zeigt der Technologieanbieter Summit Tech. Über die Oculus Rift können Nutzer bei einer Videokonferenz sich direkt nach Paris oder New York in das Konferenzzimmer des Gesprächspartners beamen. Die Demo auf der Messe wartet nicht gerade mit beeindruckender Bildqualität auf, doch zeigt sie das Potenzial der Technologie.

In Sachen hochwertige Bildqualität und Übertragungskapazitäten befindet sich die VR-Technik noch durchaus in den Kinderschuhen. Auch an Inhalten mangelt es noch. Zudem wird der schnelle Mobilfunkstandard 5G noch auf sich warten lassen. Bessere Auflösung sei aber eine wichtige Voraussetzung für den Durchbruch von VR, schätzt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. „Wenn wir Livestreams in 4K auf jedem Auge anbieten können, dann wird das eine ziemlich große Sache.“ 4K, auch Ultra-HD genannt, hat die vierfache Auflösung eines HD-Fernsehers.