Digitale Fußstapfen

Markt / 07.07.2016 • 18:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Jeder sechste Personalchef hat bereits Bewerber wegen ihres Internetauftritts abgelehnt.
Jeder sechste Personalchef hat bereits Bewerber wegen ihres Internetauftritts abgelehnt.

Zwei Drittel der Unternehmen informieren sich online über potenzielle Mitarbeiter.

Jobchancen. (cro) Das Internet ist dank Smartphone zu einem ständigen Begleiter geworden und ein Leben ohne Internet ist kaum mehr vorstellbar. Weder im Privat- noch im Berufsleben. Doch Bewerber sollten sich über ihren digitalen Fußabdruck im Klaren sein, denn bereits jeder sechste Personalverantwortliche informiert sich über Bewerber im World Wild Web und hat auch schon aufgrund des Internetauftritts die Stelle abgesagt. Insgesamt recherchieren sogar zwei Drittel der österreichischen Personalverantwortlichen im Laufe des Bewerbungsprozesses online über Bewerber, drei von zehn tun dies sogar immer oder meistens. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, bei der 500 Personalverantwortliche ab 20 Mitarbeitern repräsentativ befragt wurden. Das heißt, dass im Vergleich zum Jahr 2011 die Bedeutung der Online-Recherche deutlich gestiegen ist. Vor fünf Jahren waren es lediglich die Hälfte.

Aber es gibt auch noch einen branchenspezifischen Unterschied. Unternehmen aus den Sparten Bank und Versicherung, Tourismus sowie Information und Consulting informieren sich häufiger im Internet über Bewerber. Weniger üblich sind derartige Recherchen hingegen im öffentlichen Sektor und im Bereich Gewerbe/Handwerk.

Aber auch wo im Netz nach Informationen gesucht wird, zeigt die Umfrage. Zwei Drittel der Personalverantwortlichen, die im Internet recherchieren, greifen auf Google zurück, gut die Hälfte (51 Prozent) sucht auf Facebook, ein Drittel auf Xing (häufiger Unternehmen im Bereich Information und Consulting) und 22 Prozent verwenden für ihre Suche LinkedIn, wobei vor allem die Bedeutung der Business-Netzwerke in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist.

Eigene Präsenz prüfen

Die Gefahr bei Internet-Recherchen besteht für den Bewerber immer darin, dass der Personaler Widersprüche im Lebenslauf, schädliche Äußerungen oder unvorteilhafte Fotos findet. Deshalb sollte jeder wissen, was über ihn im Internet steht und sein Bild bei Bedarf selbst aktiv gestalten. Als ersten Schritt kann man sich selbst in Suchmaschinen wie Google, Bing, Yahoo oder Personensuchmaschinen wie Yasni oder 123People suchen, damit man weiß, was im Internet über einen zu finden ist. Eine eigene Präsenz, wie ein Profil in Online-Netzwerken oder eine eigene Website werden in Suchmaschinen meist oben angezeigt, wodurch sie die Außenwirkung bestimmen. Ein eigenes Profil legt man am besten in beruflichen Online-Netzwerken wie Xing und Jobportalen wie Stepstone an. Kompetente Beiträge in Blogs oder Foren sorgen für eine positive Wahrnehmung, während beleidigende Äußerungen tabu sind. Beim privaten Austausch zu Hobbys oder Krankheiten kann man einen beliebigen Benutzernamen anstelle seines echten Namens nennen. Da jeder Mensch ein Recht am eigenen Bild hat, kann man verlangen, dass Privatpersonen oder Betreiber von Webseiten unvorteilhafte Fotos von einem selbst aus dem Internet entfernen.