Milliardenstrafe für Lkw-Kartell

19.07.2016 • 20:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Rekord-Geldbuße von knapp 2,93 Milliarden Euro wegen Preisabsprachen.

Brüssel. Mit einer Rekordstrafe von knapp 2,93 Milliarden Euro müssen mehrere Lastwagenbauer für unerlaubte Preisabsprachen büßen. Betroffen sind laut EU-Kommission Daimler, Iveco, DAF und Volvo/Renault. Die Münchner VW-Tochter MAN kommt als Hinweisgeber ungeschoren davon. Die höchste Einzelstrafe entfällt dabei auf Daimler.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagte, es gebe „gute Gründe“ für die Rekordstrafe. „Dieses Kartell betrifft einen sehr großen Markt und es hat sehr lange bestanden.“ Die Geldbuße ist doppelt so hoch wie eine 2012 verhängte EU-Kartellstrafe gegen Hersteller von Bildröhren für Fernseher und Computerbildschirme.

Das 1997 gegründete Lkw-Kartell war nach Angaben der europäischen Wettbewerbshüter 14 Jahre lang aktiv, es gab Absprachen auf der höchsten Führungsebene. Erst überraschende Untersuchungen durch die EU-Kommission setzten der Zusammenarbeit 2011 ein Ende.

Die Firmen räumten ihre Schuld ein und stimmten einem Vergleich zu. Die EU-Kommission minderte daher die Geldbußen für Daimler, DAF (nun knapp 752,68 Millionen Euro), Volvo/Renault (fast 670,45 Millionen Euro) und Iveco (494,61 Millionen Euro), weil diese mit der Behörde bei ihren Ermittlungen zusammengearbeitet haben.

Die Kartellmitglieder haben sich mehrere Formen unerlaubter Zusammenarbeit zuschulden kommen lassen. So haben sie ihre Verkaufspreise für mittelschwere und schwere Lastwagen abgesprochen und sich auch beim Zeitplan für die Einführung von Technologien zur Minderung schädlicher Emissionen verständigt. Die Kosten für diese Technologien gaben sie an Kunden weiter. Daimler bedauere die Vorfälle und habe Konsequenzen gezogen, so eine Unternehmenssprecherin. Interne Kontrollen seien gestärkt und Mitarbeiter verstärkt geschult worden.