Sutterlüty-Filialleiter entscheiden jetzt selbst

Markt / 27.07.2016 • 22:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jürgen Sutterlüty: „In der Region Feldkirch, Oberland und Montafon wären noch neue Standorte möglich.“  Foto: VN/Hartinger
Jürgen Sutterlüty: „In der Region Feldkirch, Oberland und Montafon wären noch neue Standorte möglich.“  Foto: VN/Hartinger

Lebensmittelhändler Sutterlüty mit neuer Organisation zufrieden. Mehr Convenience-Angebote geplant.

Egg. Die Handelskette Sutterlüty geht bei den Führungs- und Entscheidungsträgerstrukturen auf Ebene der einzelnen Standorte völlig neue Wege. So will Sutterlüty aus den bisherigen Markt- bzw. Standortleitern zukünftig selbstständige Geschäftsleiter mit gelebter unternehmerischer Verantwortung machen, wie die VN im Februar berichteten. Nun kann der geschäftsführende Gesellschafter Jürgen Sutterlüty nach dem ersten Halbjahr 2016 über die ersten Erfahrungen mit dem Organisationsentwicklungsprojekt, das den Namen „Zimba“ trägt, berichten.

Erste Erfahrungen positiv

Mit den ersten Ergebnissen sei er zufrieden: „Wir erhalten viel Feedback aus unseren Märkten. Die Erfahrungen sind sehr positiv, wir werden das weiter ausbauen.“ Es zeige sich einmal mehr, dass die Mitarbeiter vor Ort und der Geschäftsleiter den besten Draht zu den Kunden und deren Bedürfnissen haben. „Das bekommt man in der Firmenzentrale niemals in diesem Umfang mit.“ Deshalb wolle Sutterlüty keine klassische Organisationshierarchie mehr, wo die Mehrheit der Mitarbeiter reine Befehlsempfänger seien. „Die jeweiligen Geschäftsleiter und die Firmenzentrale begegnen einander auf Augenhöhe.“

Im Geschäftsjahr 2015 erzielte die Sutterlüty Handels GmbH einen Netto-Umsatz (ohne Umsatzsteuern) von 92,2 Millionen Euro, ein Plus von rund 1,6 Prozent. Dieser Netto-Umsatz ist nicht zu verwechseln mit den von Handelsketten ansonsten angegebenen Handelsumsätzen oder mit dem Kassa-Umsatz, die immer auch die Umsatzsteuer in diversen Höhen enthalten. Angesprochen auf die Ertragssituation sagte Sutterlüty, dass der Lebensmittelhandel gekennzeichnet sei durch viel Wettbewerb und magere Erträge. So gibt Sutterlüty zu bedenken, dass in Vorarlberg statistisch auf jeden Lebensmittelhändler-Standort nur rund 1600 Einwohner kommen. In Deutschland seien es schon 3000 und in der Schweiz etwa 5000 Einwohner, die ein Händler bedienen könne.

„Wenn sich die Umsatzrentabilität zwischen einem und drei Prozent bewegt, dann ist man im Handel schon sehr erfolgreich unterwegs. Deshalb ist es eine ständige Herausforderung, die Kosten im Griff und zufriedene Kunden bei der Stange zu halten.“ Ein Blick in die zuletzt veröffentlichten Jahresabschlüsse der Sutterlüty Handels GmbH bestätigt diese Angaben. Nichtsdestotrotz sei man mit einer Eigenkapitalquote von rund 50 Prozent gut aufgestellt. Für das Geschäftsjahr 2016 erwarte man eine stabile Entwicklung ohne große Sprünge. „Der Lebensmittelhandel ist ein relativ statisches Geschäft.“

Hinsichtlich neuer geplanter Standorte will Sutterlüty aufgrund des harten Wettbewerbs keine Details preisgeben. Nur so viel: „In der Region Feldkirch, Oberland und Montafon wären noch neue Standorte möglich.“ In Feldkirch ist Sutterlüty bislang nicht in der Innenstadt vertreten, das könnte sich mit dem Bau des Projekts „Am Jahnplatz“ändern: Dort soll  auch ein Lebensmittelhändler angesiedelt werden. Eine Expansion um der Expansion willen will Sutterlüty aber nicht durchführen. „Das muss wohlüberlegt sein.“ Fix ist unterdessen, dass Sutterlüty seine Standorte vermehrt in Richtung Convenience-Angebote ausbauen wolle. „Der Gastro-Bereich wächst bei uns am stärksten.“ Die neuen Ernährungsgewohnheiten der arbeitenden Bevölkerung könne man hier sehr genau ablesen. Deshalb werde jetzt der Standort am Bahnhof Dornbirn um 600.000 Euro in diese Richtung umgebaut. Der Total-Umbau erfolgt im August.

Sutterlüty Fakten

» Gegründet: 1952 durch Ulrich Sutterlüty

» Geschäftsführung: Jürgen Sutterlüty, Alexander Kappaurer

» Mitarbeiter: über 700

» Netto-Umsatz 2015:
92,2 Millionen Euro (+1,6%)

» Märkte: 23

» Beteiligungen: Hammerl Landbäckerei GmbH, Metzgerei Broger, Käse Moosbrugger, Hotel Dorfpark, Käsekeller Lingenau