„Wer investiert, muss die Firmen verstehen“

27.07.2016 • 17:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Von Nestlé bis Johnson & Johnson: Für Schoel­lebank ist der langfristige Börsenerfolg analysierbar.

Bregenz. (VN) Österreich war noch nie ein Land von Aktionären. Aber auch trotz des herrschenden Zinstiefs ist der Aktienmarkt für viele Sparer immer noch keine Alternative. Einer der Gründe ist das empfundene Risiko bei Aktieninvestments. Aber wie riskant sind Aktien wirklich?

Die meisten Anlage­experten empfehlen bei Aktieninvestments einen Veranlagungshorizont von mindestens zehn Jahren. Die Statistik zeigt: Wenn man seit den 1980er-Jahren für jeweils zehn Jahre breit gestreut in den Aktienmarkt investiert hätte, war die Performance in nur vier der insgesamt 27 untersuchten Perioden negativ. Mehrheitlich, nämlich in 17 der 27 Perioden, konnte das Kapital zumindest verdoppelt werden.

„Es war in der Vergangenheit fast immer eine gute Idee, Aktien zu halten. Eine angemessene Laufzeit und breite Streuung reduzieren das Risiko wesentlich“, sagt Philipp Kain vom Asset Management der Schoellerbank. Während zehnjährige deutsche Staatsanleihen heute eine negative Rendite haben, seien Qualitätsunternehmen weiterhin die interessanteste Art, zu veranlagen. „Der Nahrungsmittelhersteller Nestlé ist ein Paradebeispiel für starke Marken. Der Konzern verfügt über eine enorme Präsenz in den Supermärkten dieser Welt. Der Schweizer Konzern führt alleine 20 Marken mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 1 Milliarde Franken. Andere Unternehmen haben Produkte, die durch Patente über Jahre hinweg gesichert sind. So werden zum Beispiel im Pharmabereich durch Patente mit einzelnen Medikamenten überdurchschnittliche Gewinne erzielt“, erklärt Kain weiter.

Zudem sei die finanzielle Flexibilität wichtig. Wirtschaftlich schwächere Phasen seien über die Jahre hinweg normal, sollen aber ein Unternehmen keinesfalls an den Rand der Zahlungsunfähigkeit bringen. „Johnson & Johnson ist beispielsweise ein Unternehmen, dessen Bilanz einer Festung gleicht. Seit vielen Jahren verfügt es bereits über Netto Cash. Das heißt, der Pharmariese verfügt über mehr liquide Mittel als Schulden“, so der Aktienexperte. Zudem bescheinigen alle großen Ratingagenturen Johnson & Johnson die bestmögliche Bonität. Somit weise der Konzern sogar ein besseres Rating als die Republik Österreich und viele andere Länder der Europäischen Union auf.

Insgesamt seien Wettbewerbsvorteile, eine solide Bilanz und ein starkes sowie verlässliches Management die Eckpfeiler in der Aktienanalyse. „Wer Aktien von hochwertigen Unternehmen beimischt, wird langfristig sein Vermögen erhalten können. Ein tiefes Verständnis der einzelnen Unternehmen ist hierfür allerdings ein Muss“, so Kain abschließend.

Wer Aktien von hochwertigen Unternehmen beimischt, kann langfristig sein Vermögen erhalten.

Philipp Kain