Österreichs Wachstum bremst ab

29.07.2016 • 19:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Schwächeres Wachstum von 0,3 Prozent. Höhere Konsum- und Investitionsnachfrage. Eurozone verliert.

Wien. Österreichs Wirtschaft ist im zweiten Vierteljahr etwas schwächer gewachsen. Im Zeitraum April bis Juni lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um 0,3 Prozent über dem Vorquartal, zu Jahresbeginn hatte der Anstieg noch 0,4 Prozent betragen. Im Jahresabstand wuchs das BIP zuletzt real um 1,2 Prozent, nach +1,7 Prozent im ersten Quartal, erklärt das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) in seiner Schnellschätzung zum zweiten Quartal.

Konsum wichtiger Faktor

In den letzten Monaten wurde das Wachstum in Österreich erneut primär durch die Ausweitung der Konsum- und Investitionsnachfrage gestützt. Der Konsum der Privathaushalte entwickelte sich im ersten Halbjahr positiv, die Nachfrage stieg sowohl im ersten wie auch im zweiten Vierteljahr um 0,3 Prozent. „Sondereffekte wie die mit Jahresbeginn umgesetzte Steuerreform sowie Einsparungen aufgrund weiterhin niedriger Energiepreise dürften die Ausgabenbereitschaft erhöht haben“, so das Wifo. Auch die öffentlichen Konsumausgaben stiegen (+0,2 Prozent).

Mehr Investitionen

Seit 2015 investieren die heimischen Unternehmen wieder vermehrt. Die Nachfrage nach Bruttoanlageinvestitionen, die auch Ausrüstungs- und Bauinvestitionen umfassen, stieg zuletzt um 0,8 Prozent. Damit hielt die Erholung nach dem Einbruch im Jahr 2014 an. Sowohl die Importe (+0,6 Prozent) als auch die Exporte (+0,5 Prozent) wurden ausgeweitet. Die Bauwirtschaft verzeichnete positive Impulse, die Wertschöpfung stieg im zweiten Quartal um 0,5 Prozent. Ebenfalls positive Beiträge zum Wirtschaftswachstum lieferten die Marktdienstleistungen. Im Handel stieg die Wertschöpfung um 0,5 Prozent, in der Beherbergung und Gastronomie um 0,4 Prozent.

Eurozone verliert an Schwung

In der Eurozone hat die Wirtschaft im Frühjahr deutlich an Schwung verloren. Vor allem wegen der schwachen Konjunktur in Frankreich stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni nur um 0,3 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat mitteilt. Ökonomen hatten genau damit gerechnet.