„Sanierungsschub durch eine Steuersenkung“

31.07.2016 • 20:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Austria-Email-Vorstand Martin Hagleitner aus Bregenz hofft auf Impulse für die Wirtschaft durch die neue Regierung.  Foto: AE
Austria-Email-Vorstand Martin Hagleitner aus Bregenz hofft auf Impulse für die Wirtschaft durch die neue Regierung. Foto: AE

Revolution bei Europas führendem Hersteller von Warmwasserbereitern.

Schwarzach. (VN-sca) „EHT Revolution“ nennt sich die Brauchwasserwärmepumpe, die von Austria Email im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht wurde; die Eigenschaften der Pumpe zeigen, dass auch im Geschäft mit Wärmepumpen und Speichern inzwischen neue Parameter gelten. Das Gerät hat eine intelligente Photovoltaik-Boost-Funktion, über Smart Control erfolgt die Anpassung an das individuelle Nutzerverhalten. „Natürlich besteht die Möglichkeit, das Gerät über Smartphone zu steuern“, sagt der Vorstand des Unternehmens, der 49-jährige Bregenzer Martin Hagleitner, dazu. Aktuell sei gerade ein sehr spannendes Projekt mit einem österreichischen Telekommunikationsanbieter in der Pipeline. Konkretes will er dazu aber noch nicht bekannt geben.

Umsatzplus von zwei Prozent

Die Pumpe und weitere Innovationen haben der Firma, die ihren Unternehmenssitz im steirischen Knittelfeld hat, heuer zu einem Umsatzplus von knapp zwei Prozent in einem schwierigen Umfeld verholfen. „Die niedrigen Energiekosten haben es uns nicht unbedingt einfacher gemacht“, so Hagleitner zum vergangenen Jahr, das außerdem geprägt war von der Übernahme der Aktienmehrheit von Austria Email durch die französische Groupe Atlantic, die nun rund 65 Prozent der Anteile hält. Hagleitner wird in den kommenden Jahren zusätzlich zur Austria Email die konzernweite Verantwortung für den Vertrieb im deutschsprachigen Raum und ausgewählte M&A Projekte in Zentral- und Osteuropa übernehmen.

Der Manager hat immer auch wirtschaftspolitisch das Wort erhoben. So wundert es auch nicht, dass er schon kurz nach der Amtsübernahme dem neuen Bundeskanzler Christian Kern seine Vorschläge zukommen ließ. Er plädiert für zwei Maßnahmen, die das Budget nicht belasten würden und sofort wirksam wären, und die seinem Unternehmen durchaus neue Absatzmöglichkeiten eröffnen würden, denn 90 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs in privaten und gewerblichen Gebäuden seien auf Warmwasserbereitung und Heizung zurückzuführen, die durch überalterte Warmwasserbereiter verursacht würden. Eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Sanierungsmaßnahmen und die steuerliche Absetzbarkeit dieser auch für Privatpersonen würden dem entgegenwirken. Potenzial sei vorhanden: „Weniger als 20 Prozent der Warmwasserbereiter werden mit Alternativenergie versorgt. Die Sanierungsrate liegt weiterhin unter zwei Prozent.“

Produzenten nicht vergessen

Hagleitner begrüßt die Initiativen der neuen Regierung in Richtung Start-ups, mahnt aber ein, dass man darob die produzierende Wirtschaft nicht vergessen sollte, „denn die war es, die den Wirtschaftsstandort in den zurückliegenden Krisenjahren gestützt hat“.

Austria Email AG

» gegründet 1855, ältestes börsennotiertes Unternehmen Österreichs

» Gesellschafter: Groupe Atlantic 65%, Treibacher Industrieholding 26%, Streubesitz 9%

» Vorstand: Martin Hagleitner (seit 2010), Walter Persch (seit 2007)

» Mitarbeiter: 350 im Werk Knittelfeld und österreichweit im Service

» Umsatz 2015:
59,4 Mill. Euro (+2%)

» Eigenkapitalquote: 58,6%

» Export: 35%, insgesamt 25 Exportmärkte