Steurer baut die neue Seilbahn Lech-Oberlech

Markt / 01.08.2016 • 20:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Arbeiten an der Verbindungsbahn zwischen Lech und Oberlech sind derzeit im Gange. Foto: privat
Die Arbeiten an der Verbindungsbahn zwischen Lech und Oberlech sind derzeit im Gange. Foto: privat

Der Seilbahnbau ist einer der zehn größten Einzelaufträge in der Firmengeschichte.

Doren. Der Bregenzerwälder Pendelbahnbauer Ludwig Steurer Maschinen und Seilbahnenbau GmbH & Co KG freut sich über einen Großauftrag in Lech. Steurer hat den prestigeträchtigen Auftrag für die neue Zubringerbahn zwischen Lech und Oberlech erhalten. Der Auftrag, bei dem sich Steurer laut Geschäftsführer Roland Fritz gegen namhafte Seilbahnhersteller durchgesetzt hat, umfasse den kompletten Seilbahnbau, also zum Beispiel Stützen, Mechanik und Elektrik sowie Fahrwerk und Seile. Lediglich die zwei Kabinen mit einer Transportkapazität von jeweils 80 Personen werden von einer oberösterreichischen Firma geliefert, sagt Fritz.

Arbeiten im Gange

Die neue Pendelbahn mit einer Länge von 800 Metern und zwei Stützen wird genau auf der gleichen Trasse wie die alte Anlage errichtet, die bereits abgerissen wurde. Sie kann pro Stunde rechnerisch 1235 Personen transportieren und hat damit die beinahe dreifache Leistungsfähigkeit ihrer Vorgängerin. Die Bauarbeiten für die Bahn starteten im Mai 2016, mit dem seilbahntechnischen Teil wurde im Juli begonnen. Die Fertigstellung sei rechtzeitig zum Start der Wintersaison 2016/17 geplant. Das Auftragsvolumen belaufe sich auf rund 5,5 Millionen Euro. „Damit gehört diese Pendelbahn zu den zehn größten Aufträgen, die Steurer Seilbahnen jemals abwickeln durfte“, sagte Fritz. Bei der Seilbahnverbindung zwischen Lech und Oberlech handelt es sich nicht um eine klassische Wintersportseilbahn, sondern vielmehr um ein öffentliches Verkehrsmittel im eigentlichen Sinne. Denn sie verbindet zwei Ortsteile.

Kristbergbahn-Sanierung

Neben diesem Großauftrag war Steurer heuer auch bei der Generalsanierung der Kristbergbahn im Montafon mit von der Partie. Dabei ging es unter anderem um die Überholung und teilweise Erneuerung von wesentlichen seilbahnmechanischen Einrichtungen der 1988 errichteten Bahn. Dazu kommt ein Auftrag zur Aufwertung und Modernisierung der Härmelekopfbahn in Seefeld in Tirol.

Detailzahlen zur Umsatzentwicklung nennt Steurer ungern. Fritz begründet dies mit dem Projektgeschäft-Charakter der Branche, wo Projekte zwischen einem Jahr und drei Jahren laufen. „Jedes Jahr eine Umsatzzahl anzugeben, würde das Bild über die tatsächliche Entwicklung stark verfälschen. Denn je nach Abrechnungszeitpunkt würden die Umsätze zwischen fünf und zwölf Millionen Euro schwanken.“

Steurer Fakten

» Gegründet: 1924

» Gesellschafter: Johannes Bereuter (Anteil: 78 %), Maria Elisabeth Bereuter ( 22 %)

» Geschäftsführer: Roland Fritz

» Umsatz (im Fünfjahresschnitt): 6,5 Millionen Euro jährlich

» Mitarbeiter: 45

» Produktionsstätten: Doren, Glarus (CH)

» Produktportfolio: Seilbahnen, Seilwinden, Sondermaschinenbau