Gegen den Urlaubs-Blues

Markt / 05.08.2016 • 10:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So sollte der erste Tag nach dem Urlaub ganz sicher nicht aussehen.
So sollte der erste Tag nach dem Urlaub ganz sicher nicht aussehen.

Rund die Hälfte freut sich nach dem Urlaub auf die Arbeit. Aller­dings haben viele Startschwierigkeiten.

URLAUB. (cro) Alle Jahre wieder. Der Urlaub ist immer zu kurz und schon hat uns der Alltag wieder. Und so folgt nach dem Urlaub der große Blues. Überraschenderweise sehen das viele Arbeitnehmer nicht so. Denn laut einer Erhebung des Statistikportals „statista.com“ freuen sich 56 Prozent nach dem Urlaub wieder auf die Arbeit. Ganz genau ist das bei 50 Prozent der Männer und bei 63 Prozent der Frauen der Fall. Der Job scheint für über die Hälfte also tatsächlich mehr zu sein als „nur Geld zu verdienen“.

Allerdings gaben nach einer Umfrage der deutschen Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 34 Prozent der Arbeitnehmer an, auch große Schwierigkeiten zu haben, sich nach dem Urlaub bei der Arbeit wieder einzugewöhnen. Mehr als jeder Dritte oder 38 Prozent der Teilnehmer haben dann sogar so viel nachzuarbeiten, dass die Erholung schnell wieder weg ist. Und mit rund 31 Prozent der Arbeitnehmer schlafen drei von zehn in der ersten Nacht vor der Rückkehr in den Job sehr unruhig.

Um dies zu umgehen, checken immer mehr Angestellte auch im Urlaub E-Mails, damit sie nicht nach der Rückkehr in einer Flut an elektronischer Post ersticken. Doch in den Ferien sollte natürlich die Erholung im Vordergrund stehen und nicht an Arbeit und E-Mails gedacht werden. „Wenn man aber die E-Mails checkt, ist man im Kopf gleich wieder bei der Arbeit – und hat den Inhalt auch zwei Minuten später nicht gleich wieder vergessen“, weiß Henryk Lüderitz, Coach für Führungskräfte in Düsseldorf. Und wer nicht umhin kommt, die Mails zu checken, sollte sich dafür klare Regeln und ein enges Zeitfenster schaffen. Beispielsweise nicht mehr als eine Viertelstunde pro Tag in den E-Mail-Account schauen. Experten wie Lüderitz raten aber von Antworten ab. „Denn damit ladet man sich nur mehr Arbeit ein.“ Viel besser ist es da, schon vor dem Urlaub alle nötigen Vorkehrungen zu treffen, um bei der Rückkehr nicht überwältigt zu werden. Eine Abwesenheitsnotiz hilft, allen klarzumachen, dass man im Urlaub und nicht erreichbar ist. Für dringende Fälle kann der Kontakt eines Kollegen mitgeteilt werden, so hält man sich selbst den Rücken frei und wird nicht im Urlaub mit Arbeitsproblemen belästigt. Idealerweise kann man – vor allem nach einer längeren Abwesenheit – die Notiz von vornherein um ein oder zwei Tage verlängern. Das gibt einem einen Puffer, um erst einmal anzukommen und sich wieder in die Arbeit reinzufinden, bevor man mit Nachrichten bombardiert wird.

Wer von null auf hundert beschleunigt, vernichtet innerhalb kürzester Zeit den Erholungseffekt und sorgt garantiert für einen Urlaubs-Blues. In den ersten Stunden ist es daher ratsam, sich erst einmal einen Überblick darüber zu verschaffen, was in der eigenen Abwesenheit geschehen ist und welche Aufgaben auf einen warten. Gespräche mit Kollegen sind da hilfreich, ebenso wie eine To-Do-Liste für die kommenden Tage.