Guido Schmidt-Chiari 83-jährig verstorben

22.08.2016 • 20:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Guido Schmidt-Chiari prägte die Finanzbranche in Österreich. Foto:VN
Guido Schmidt-Chiari prägte die Finanzbranche in Österreich. Foto:VN

Der aus Bludenz stammende Finanzmanager zählte zu den prägenden Bankiers der Zweiten Republik.

Wien, Bludenz. Der langjährige Vorstandschef der Creditanstalt (CA), Guido Nikolaus Schmidt-Chiari, ist in seinem Haus in St. Anton am Arlberg im Kreise seiner Familie im Alter von 83 Jahren verstorben. Schmidt-Chiari, der aus der Bludenzer Unternehmerfamilie Schmidt (Josef Schmidt’s Erben) stammt und die Verbindungen ins Land geschäftlich wie privat nie einschlafen ließ,  begann 1958 nach Auslandstätigkeiten in Übersee und ersten Jahren als Banker in New York in der Creditanstalt (CA), die in der Bank Austria aufgegangen ist.

Ab 1988 Chef der CA

Im Jahr 1971 wurde er in den CA-Vorstand berufen und zehn Jahre später zum Vize-Chef ernannt. 1988 wechselte er als Nachfolger von Ex-Finanzminister Hannes Androsch auf den Chefsessel der Bank. Schmidt-Chiari bekleidete über Jahrzehnte zahlreiche Aufsichtsratsmandate österreichischer Großunternehmen.

Den Großteil seiner Funktionsperiode als CA-Chef kämpfte Schmidt-Chiari um die Eigenständigkeit des von ihm geführten Instituts. „Das ist meine Bank“, diesen Belegschaftsslogan trug Schmidt-Chiari bei Protestaktionen mit, als sich die rote Bank Austria 1997 zur Übernahme der schwarzen Creditanstalt (CA) aufmachte. Aus einer zuletzt nervenzermürbenden Übernahmeschlacht ging bekanntlich als Sieger die Bank Austria hervor, die schlussendlich wiederum von der Mailänder UniCredit übernommen wurde.

Der 29. April 1997 bedeutete für Schmidt-Chiari den Abschied von der Spitze der Creditanstalt. Es war der Abschied des Flaggenträgers einer unabhängigen CA.