Mit dem Rollstuhl wandern

Markt / 25.08.2016 • 20:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kaiserwetter zur offiziellen Premiere: Das LUV-Mobil im harten Geländeeinsatz (vorne: Entwickler Bruno Walter) auf dem Weg zur Heilbronner Hütte.  Foto: D. Mathis
Kaiserwetter zur offiziellen Premiere: Das LUV-Mobil im harten Geländeeinsatz (vorne: Entwickler Bruno Walter) auf dem Weg zur Heilbronner Hütte.  Foto: D. Mathis

Vorarlberger Firma entwickelt geländegängigen Rollstuhl. Serienproduktion geplant.

Thüringen. (VN-sca) Bisher war das Unternehmen LUF für seine Feuerwehr-und Tunnel-Raupenfahrzeuge bekannt. Nun kann das innovative Thüringer Unternehmen LUF auch für querschnittgelähmte Personen ein Vehikel anbieten, das diesen die Eroberung der Berge ermöglicht. Mit dem motorisierten Hightech-Rollstuhl, dessen Prototyp gestern von zwei behinderten Personen im Gelände getestet wurde,  will das Unternehmen neue Märkte erobern.

Spektakuläre Weltpremiere

Vier Jahre Entwicklungsarbeit investierte Chefentwickler und Firmenchef Bruno Walter in den „SUV-Rollstuhl, gestern fand die spektakuläre Weltpremiere des  „LUF-Mobils“ auf der Heilbronner Hütte auf 2320 Metern Seehöhe statt. Zwei querschnittgelähmte Piloten bewiesen mit ihrer Fahrt von der Verbella Alpe im Montafon über die Heilbronner Hütte zur Schönverwall-Alpe in Tirol, dass es für den geländegängigen Rollstuhl aus der Thüringer Innovationswerkstatt nahezu keine Wege gibt, die er nicht bewältigen kann.

„In Sachen Behinderten-Mobilität ist unser LUF Mobil ein Meilenstein“, zeigt sich Walter nach der Bergfahrt denn auch selbstbewusst. Tatsächlich führten die nach Unfällen querschnittgelähmten Peter Breuss aus Übersaxen und Franz Hartmann aus Düns bei der offiziellen Premierenfahrt vor, dass das allradbetriebene „LUF Mobil“ sich im hochalpinen Gelände bewegen kann wie eine Gams.

Über zwei Joysticks gesteuert, werden schwere Schotterwege, Schrägpassagen, Geröllhalden oder Bachbette sowie steile Auf- und Abwärtspassagen mühelos genommen. Der spritsparende Zehn-PS-Benzinmotor erlaubt im hochalpinen Gelände eine Reichweite von rund 40 Kilometern. Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, müssen somit in Zukunft nicht auf ausgedehnte Bergtouren verzichten, zeigten sich die beiden Test-fahrer begeistert. Und auch in der Stadt hat die Vorarlberger Entwicklung ihre Vorteile, denn sie ist in der Lage, sonst unüberwindliche Stufen und Bordsteine zu überwinden.

Mit der Serienproduktion der neuen Entwicklung wird demnächst begonnen. Der Rollstuhl soll in der Basisversion rund 20.000 Euro kosten, sagt sein Entwickler Bruno Walter.

Allrad-Rollstuhl

» Firmengründung LUV: 1990, in Familiennachfolge von Schlosserei Johann Walter

» Geschäftsführer, Besitzer: Bruno Walter

» Mitarbeiter 2015: 17

Rollstuhldaten

» Eigengewicht: 255 kg

» Nutzlast: 140 kg

» Antrieb: Hydrostatischer Allrad

» Geschwindigkeit: 6 bis 8 km/h

» Reichweite: ca. 50 Kilometer