Wachstum mit Damast und fünf Übernahmen

Markt / 12.01.2017 • 19:07 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Heuer werden die Bauarbeiten am Hauptstandort der Getzner Textil in Bludenz fertiggestellt. Über 90 Millionen Euro wurden investiert. Foto: Firma
Heuer werden die Bauarbeiten am Hauptstandort der Getzner Textil in Bludenz fertiggestellt. Über 90 Millionen Euro wurden investiert. Foto: Firma

Getzner kaufte 2016 fünf Unternehmen und investierte 92 Millionen in Standort Bludenz.

BLUDENZ. (VN-sca) „Mit dieser neuen Großweberei wird Gera wieder zur Weber-Stadt“, freut sich die Bürgermeisterin der Thüringer Stadt über die Aktivitäten des Bludenzer Textilunternehmens. Im Herbst wurde das neue Werk in Betrieb genommen, derzeit werden in dem hochmodernen Werk 37.000 laufende Meter Stoff produziert, im Endausbau sollen es 50.000 Meter sein.

Die Firma Getzner Textil ist aber nicht nur am deutschen Standort engagiert. Am Hauptstandort Bludenz wurden in den Jahren 2014 bis 2016 92 Millionen Euro in die Erweiterung der Produktionskapazität und Bürogebäudeerweiterungen investiert. Bis Ende 2017 werden die derzeitigen Bauarbeiten abgeschlossen sein, so das Unternehmen, das eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass Textil im ehemaligen Textilland Vorarlberg nach wie vor reüssieren kann.

Spezialisten in ihrem Bereich

Getzner Textil konnte den Umsatz im vergangenen Jahr um beeindruckende 42 Prozent auf 285 Millionen Euro steigern. Die Getzner Textil AG will das großes Potenzial im Bereich der technischen Textilien heben und hat deshalb im letzten Jahr die Herbert Kneitz GmbH, die SR Webatex GmbH und die Blaha Textilveredelung Bayreuth GmbH gekauft und als 100-prozentige Tochterunternehmen integriert. Jedes dieser Unternehmen ist als Spezialist im jeweiligen Bereich bekannt und ergänzt nun das bestehende Produktportfolio der Bludenzer mit Produkten wie Sitzbezügen, Sonnenschutz oder Flammschutz.

Auch in die Tochterunternehmen, die schon länger zur Getzner Textil zählen, wurde investiert, so der Vorsitzende des Vorstandes, Josef Lampert. Ende letzten Jahres wurde auch die Fouta GmbH in das in der Schweiz ansässige Tochterunternehmen, die Meyer Mayor AG, integriert. Damit wird das Produktportfolio von hochwertiger Küchenwäsche um feingewobene Bade- und Duschtücher erweitert. Vor sechs Jahren gründete Sarra Ganouchi das Label Fouta und platzierte dieses erfolgreich am Lifestylemarkt. Mit der Integration von Fouta in die Meyer Mayor AG wird Sarra Ganouchi Mitglied der Geschäftsleitung und sukzessive die Aufgaben des derzeitigen Geschäftsführers André Meyer übernehmen.

Übernommen hat Getzner Ende 2016 aber auch einen Vorarlberger Traditionsbetrieb. Das Betriebsgelände der Getzner Textil Handel GmbH in Lustenau wird heuer erweitert. Dazu wurde die Firma Albert Bösch GmbH & Co. KG inklusive Liegenschaft gekauft. Nicole Bösch hat mit Richard Pircher die Geschäftsführung der Getzner Textil Handel GmbH übernommen. Um den hohen Qualitätsanspruch von Getzner auch für die afrikanischen Kunden vor Ort sichtbarer zu machen, werden dort in den nächsten Monaten Umbauarbeiten stattfinden.

Innovation wird als übergeordnetes Thema in allen Produktbereichen weiter forciert, betont Lampert. „Sich weiterzuentwickeln, mutig zu sein und für Neues zu begeistern, sehen wir als tägliche Aufgabe.“ Durch die äußerst positive Entwicklung auf dem afrikanischen Markt mit den Afrika-Bekleidungsdamasten und die Erweiterungen im Bereich technische Textilien plant die Getzner Textil-Gruppe mit einem weiteren Umsatzwachstum von 20 Prozent im Jahr 2017.

Derzeit beschäftigt die Gruppe an neun Standorten im In- und Ausland rund 1470 Mitarbeiter, davon 860 in Vorarlberg.

Kinderkrippe und Pflegestation

Neben den Investitionen in die Produktion hat das Textilunternehmen aber auch in die Infrastrutkur für die Mitarbeiter investiert: Im Oktober 2016 wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Bludenz und der Caritas eine neue Betriebskinderkrippe eröffnet, die sehr gut angenommen wird. Außerdem wurden im vergangenen Jahr u. a. die Errichtung einer Pflegestation und drei Schulklassen in Mali finanziert. In diesem Jahr sind weitere Hilfsprojekte in Planung.

Uns weiterzuentwickeln, sehen wir als unsere tägliche Aufgabe.

Josef Lampert, CEO Getzner Textil

Getzner Textil

» Gegründet: 1818 von Christian Getzner, Franz Xaver Mutter und Andreas Gassner.

» Vorstand: Josef Lampert (Vorsitz), Rolf Gottmann

» Beschäftigte in Vorarlberg: 860, an anderen Standorten: 610

» Umsatz 2016: 285 Millionen Euro (+42%)

» Investitionen: 50 Mill. Euro Werk Gera, 93 Mill. Euro Bludenz + Betriebsübernahmen (keine Angaben zum Kaufpreis)