Ein Impuls für 395 Millionen Euro

20.01.2017 • 21:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Bau fordert mehr Investitionen in Infrastruktur, Land sieht hohe Investitionsquote.

Lech. (VN-reh) Die Vorarlberger Bauwirtschaft ist mit einer Portion Optimismus in das neue Jahr gestartet. Dafür sorgen Aufträge für Wohnbauprojekte sowie aus Gewerbe und Industrie. Zugleich gibt es aber auch Sorgen um ein wirtschaftsfeindliches Klima im Land, äußerte Innungsmeister Peter Keckeis zu Beginn der Bautage in Lech und warnte davor, dass große Wirtschaftsprojekte in Vorarlberg zunehmend von verschiedenen Seiten verhindert werden. Auch der Tiefbau sei ein Sorgenkind der Branche. Der Innungsmeister sieht deshalb die Politik in der Pflicht, hier tätig zu werden und die nötigen Infrastrukturen zu schaffen.

Für Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, der in Lech an einer Podiumsdiskussion teilnahm, ist das Land Vorarlberg nach wie vor der Motor für die heimische Bauwirtschaft. Man setze deutliche Impulse für die Branche. „Im Landesbudget 2017 sind allein beim öffentlichen Hochbau, dem Wohn-, Wasser- und Straßenbau insgesamt knapp 350 Millionen Euro veranschlagt“, sagt Rüdisser und bringt Beispiele wie die Fortsetzung der Arbeiten an der neuen OP-Spange Süd des Landeskrankenhauses Feldkirch, die Sanierung des Bettentraktes des LKH Bregenz sowie den geplanten Neubau der Erwachsenen-, Kinder- und Jugendpsychiatrie am LKH Rankweil. Zudem sei die Schaffung von leistbarem Wohnraum ein Kernanliegen der Wohnbaupolitik. „Jeder Euro, der in den Bau von Eigenheimen bzw. gemeinnützigen Wohnungen gesteckt wird, löst mehr als fünf Euro an Folgeinvestitionen aus“, so der Landesstatthalter.

Insgesamt werde das Land rund 395 Millionen Euro direkt für Investitionen und investitionsfördernde Maßnahmen aufwenden. Bei einem Gesamtvolumen des Landeshaushalts von 1,8 Milliarden Euro mache das eine Investitionsquote von 22,2 Prozent. „All diese Maßnahmen kommen heimischen Unternehmen zugute, da eine hohe Wertschöpfung innerhalb der Landesgrenzen generiert wird“, sagt Rüdisser. Zudem würde die neue Bautechnikverordnung wichtige Impulse setzen.

Keckeis rechnet allerdings damit, dass der rückläufige Trend im Tiefbau anhalten wird, auch die Lage der Kommunen mache diese Situation nicht einfacher. Großprojekte wie die L 200 sowie Baustellen der Asfinag würden fehlen oder sich verzögern und immer mehr Aufträge blieben nicht im Land.

Unsere Maßnahmen kommen den Unternehmen zugute.

Karlheinz Rüdisser