Zopfbrot oder Grünzone

26.01.2017 • 20:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Um diese Fläche wird gerungen. In der Landesgrünzone in Weiler wird derweil Mais en gros angebaut.  Foto: VN/Rauch
Um diese Fläche wird gerungen. In der Landesgrünzone in Weiler wird derweil Mais en gros angebaut.  Foto: VN/Rauch

Heute Ende des Auflageverfahrens in Weiler. Bäcker Ölz hofft auf schnelle Entscheidung.

Weiler. (VN-sca) Bernhard Ölz, Geschäftsführer des Großbäckers gleichen Namens, sind die Hände gebunden: Auf Wohl und Weh hängt das geplante Großprojekt in Weiler nun vom Ausgang des Verfahrens zur Umwidmung von rund 4,5 Hektar Landesgrünzone in Betriebsgebiet ab. Und er wiederholt, was er bereits vor Monaten in den VN festgestellt hat: „Die WISTO hat nach langer Suche dieses Grundstück vorgeschlagen und die Gemeinde Weiler ist auf uns zugekommen.“ Dass nun die Pläne des Bäckers in den Fokus einer erbitterten politischen Diskussion geraten sind, behagt ihm überhaupt nicht.

Nun hofft er auf eine schnelle Entscheidung. Noch heute, Freitag, können Stellungnahmen bei der Raumplanung des Landes eingereicht werden. Bis gestern Nachmittag sind rund zehn eingetroffen, und „es sind auch positive dabei“, so der Bürgermeister von Weiler, Dietmar Summer. Kurz vor Ende des Verfahrens dürfte noch einige Arbeit auf die Landesraumplaner zukommen. „Wir werden unsere Stellungnahme heute abgeben“, bestätigt Kerstin Riedmann von der Initiative „Lebensraum Weiler“. Außerdem soll noch eine Stellungnahme des Vereins Bodenfreiheit eintreffen.

Auch der Naturschutzbund will sich ins Zeug legen, um die Umwidmung zu ver­hindern. Unterstützung darf sich Weiler auch nicht von den Nachbarn aus Klaus erwarten. Am Mittwoch hat sich die Klauser Gemeindevertretung entschlossen, eine negative Stellungnahme abzugeben.

Die Klauser Entscheidung dürfte die nachbarschaftlichen Beziehungen nicht wirklich verbessern, was bei anstehenden Gesprächen zu ein gemeinsames Gewerbegebiet – wie in der Vision Rheintal für das Vorderland vorgesehen – hinderlich sein wird. Zumal Bürgermeister Summer feststellt, dass Weiler schon jetzt bei der Größe des Gewerbegebietes weit hinter den Nachbarn herhinkt. „Wir werden sicher keinem Ausgleich zustimmen ohne konkrete Maßnahmen.“

Der „Lebensraum Weiler“ war und ist indes nicht untätig. So wurde „ein sehr konstruktives Gespräch mit Herrn Ölz geführt“, so Riedmann: Nächste Woche trifft man sich mit Landeshauptmann Markus Wallner und Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser, um Meinungen auzutauschen. Auch Ölz hat einen Wunsch an die Politik: „Was Unternehmen brauchen, das sind Verlässlichkeit und Planungssicherheit.“

So geht es weiter

Die Stellungnahmen zur „Änderung der Verordnung über die Festlegung von überörtlichen Freiflächen …“ werden nun von der Landesraumplanung ausgewertet und aufbereitet. Sie werden dem Raumplanungsausschuss zur Beurteilung vorgelegt. Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung am 6. Februar steht die Causa allerdings noch nicht. Die Empfehlung des Raumplanungsbeirates ist dann Grundlage für eine Entscheidung der Landesregierung, die „hoffentlich im ersten Quartal 2017 getroffen wird“ (Ölz).