Prüflabor mit neuem Eigentümer

Markt / 27.01.2017 • 20:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Böhler Analytik hat sich seit der Gründung zu einem der größten privaten Labore in Österreich entwickelt.  Foto: BA
Böhler Analytik hat sich seit der Gründung zu einem der größten privaten Labore in Österreich entwickelt. Foto: BA

Böhler Analytik sorgt für Klarheit. Firma Böhler und Söhne gibt alle Anteile ab.

Feldkirch. „Ein Zeichen“ setzen die Eigentümer der Böhler Analytik, um den Anspruch zu dokumentieren, dass das Prüf- und Inspektionslabor „vollkommen unabhängig ist“ (siehe unten). Der geschäftsführende Gesellschafter Edwin Kalb hat die Anteile (80 Prozent) des Mehrheitseigentümers Böhler+Sohn übernommen und ist somit seit Jahresbeginn alleiniger Eigentümer von Böhler Analytik.

Der gelernte Chemiker Kalb und der bisherige Hauptgesellschafter Horst Böhler ziehen damit einerseits die Konsequenzen aus den Diskussionen, die das Labor im Zuge der Aufklärung des Häusle-Skandals in den Fokus der Öffentlichkeit brachte. Andererseits wollen sie, so sagen sie im Gespräch mit den VN, Strukturen schaffen, die eine weitere Expansion des größten Vorarlberger Prüf- und Inspektionslabors ermöglichen.

Start vor 23 Jahren

Der Wolfurter Chemiker Edwin Kalb krönt damit sein bisheriges berufliches Lebenswerk. Mit einem dreiköpfigen Team vor 23 Jahren gestartet, ist die Böhler Analytik GmbH, die Kalb seit der Gründung führt, zu einem Hightech-Unternehmen mit inzwischen 30 Mitarbeitern gewachsen. Als einzige privat geführte Prüf- und Inspektionsstelle in Vorarlberg deckt das Labor ein breites Aufgabengebiet ab. „Wir untersuchen Abfälle und Deponiegut, überprüfen Abwasserreinigungsan­lagen und überwachen Trinkwasser und Grundwasser in Vorarlberg, Tirol und Liechtenstein“, schildert Kalb die wesentlichen Tätigkeitsbereiche. Als nächste Schritte sind ein neuer Unternehmensname und die Umgründung in eine AG geplant. Zudem wolle er in die Schweiz expandieren, so der Chemiker.

Das Tätigkeitsfeld sei im Laufe der Zeit wesentlich größer geworden und habe sich zunehmend vom Kerngeschäft der Böhler+Sohn entfernt, erläutert Kalb weiter. Das akkreditierte Unternehmen untersucht z. B. Plastikverpackungen auf Schadstoffe und ist auch österreichweit in der Legionellenprophylaxe tätig. „Wir analysieren jährlich rund 25.000 Proben“, so Kalb. Im Bereich Beratung ist die hohe technische Kompetenz der Analytik-Experten vor allem in der Industrie und immer öfter auch international gefragt.

So war Kalb im Auftrag der Weltbank in Kasachstan tätig, um ein Konzept zur Vermeidung der Grundwasserverunreinigung zu entwickeln. Auch in Spanien und Italien konnte sich Böhler Analytik gegen zahlreiche Mitbewerber durchsetzen. Die Expansion in die Schweiz ist deshalb für Kalb der logische nächste Schritt. Bei jährlichen Steigerungsraten im zweistelligen Prozentbereich werden auch neue Arbeitsplätze entstehen.

Wir analysieren jährlich rund 25.000 Proben in unserem Labor.

Edwin Kalb
Böhler Analytik hat sich seit der Gründung zu einem der größten privaten Labore in Österreich entwickelt. Foto: BA
Böhler Analytik hat sich seit der Gründung zu einem der größten privaten Labore in Österreich entwickelt. Foto: BA