„Vergangenes Jahr ist uns alles aufgegangen“

Markt / 29.01.2017 • 21:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Haberkorn-Vorstandschef Wolfgang Blum plant eine Erweiterung des Firmensitzes in Wolfurt. VN/Hartinger
Haberkorn-Vorstandschef Wolfgang Blum plant eine Erweiterung des Firmensitzes in Wolfurt. VN/Hartinger

Österreichs größter technischer Händler Haberkorn wächst über dem Markt. Baupläne in Wolfurt. 

Wolfurt. (VN-sca) Als Wolfgang Blum im Herbst 2005 durch die  Hallen der neuen Haberkorn-Zentrale in Wolfurt mit ihren riesigen Lagerkapazitäten schritt, fragte sich der Vorstandsvorsitzende des Traditionsunternehmens, ob das nicht alles doch eine Nummer zu groß sein könnte. Ist es nicht. Knapp zwölf Jahre später sind die Lagerkapazitäten mehr als ausgeschöpft. Das Management des technischen Händlers arbeitet mit Hochdruck an Plänen für eine Erweiterung am Standort. „Zu 99 Prozent werden wir heuer die Lagerflächen erweitern“, sagt Blum im Gespräch mit den VN. Auf rund 10.000 Quadratmeter wird der Neubau an das schon bestehende Gebäude anschließen.

Erfolgslauf fortgesetzt

Die Firma Haberkorn hat ihren Erfolgslauf der letzten Jahre nämlich auch 2016 fortgesetzt. „Im letzten Jahr ist uns alles aufgegangen“, freut sich Blum. Alles – das sind im Wesentlichen drei Dinge: In einer Umfrage zur Kundenzufriedenheit erhielt der Händler die besten Noten der Branche. Zufrieden sind auch die Mitarbeiter: Sie attestierten ihrem Arbeitgeber bei der letzten „Great Place to Work“-Auswertung, dass Arbeitsumfeld und -klima erstklassig sind. Und schließlich wird das gute Image auch durch Zahlen manifestiert. „Wir hatten im vergangenen Jahr ein Wachstum von sieben Prozent, nimmt man die Aquisitionen dazu, sind wir um 22 Prozent gewachsen“, bilanziert Blum.

Wachstum gab es in allen Märkten, und das sind inzwischen elf Länder. „Es ist unsere strategische Aufgabe, mit einer entsprechenden Größe den weiteren Erfolg von Haberkorn abzusichern“, betont Blum, es gehe aber nicht um „wachsen, des Wachsens willen.“ Im Februar vergangenen Jahres wurde im Zuge der Expansion der deutsche technische Händler Sahlberg übernommen, der mit 200 Mitarbeitern 2015 einen Umsatz von knapp 50 Millionen Euro machte. Vorerst seien keine weiteren Aquisitionen geplant, doch wenn es entsprechende Angebote am Markt gebe, werde man sich die anschauen.

Ebenfalls im vergangenen Jahr wurde nach 20 Jahren die Schweizer Niederlassung von Unico Haberkorn in Haberkorn Suisse umfirmiert. Damit verbunden war das Update des Online-Shops, der nun in deutscher und französischer Sprache zur Verfügung steht. Der Auslandanteil am Haberkorn-Geschäft beträgt inzwischen rund 40 Prozent. Potenzial für weiteres Wachstum sieht Blum vor allem in nächster Nachbarschaft, nämlich in Süddeutschland.

Online ganz vorne

Der Online-Shop von Ha­berkorn ist eines der Erfolgsgeheimnisse für das Wachstum. „Wir fahren zweigleisig. Einerseits sind unsere über 60 Experten bei den Kunden vor Ort, andererseits finden unsere Kunden dann alle benötigten Artikel im Online-Shop“ – verbunden damit ist eine hohe Liefergeschwindigkeit und die Verfügbarkeit des Sortiments. Eine App erleichtert das Bestellen. Rund 30 Prozent der Zugriffe auf den Shop erfolgen übrigens schon via Smartphone. Das Sortiment von Haberkorn umfasst über 200.000 Artikel – von der Schraube bis zum Business-Outfit.

Haberkorn Fakten

» Umsatz 2016: 397 Millionen Euro (+22 %), davon in Österreich: 222 Mill. Euro (+7%)

» Mitarbeiter: 1500 insgesamt, davon 330 in Vorarlberg

» Lehrlinge in Österreich: 41

» Export: rund 40 Prozent

» Internationale Märkte: Bulgarien, Deutschland, Polen, Schweiz, Serbien, Slowenien, Slowakei, Tschechien, Ungarn

» Sortiment: über 200.000 Artikel, ständiger Lagerbestand:
ca. 35 Mill. Euro