Immobilienpreise liegen in bevorzugten Lagen

30.01.2017 • 21:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Begehrt waren 2016 alle Arten von Immobilien, von der Wohnung übers Haus bis zu Anlegerwohnungen. Foto: VN/Steurer
Begehrt waren 2016 alle Arten von Immobilien, von der Wohnung übers Haus bis zu Anlegerwohnungen. Foto: VN/Steurer

Nachfrage am Vorarlberger Immobilienmarkt unverändert hoch. Aber einen Hoffnungsschimmer gibt es.

Dornbirn. (VN-reh) Ludwig van Beethoven war – so wird berichtet – ein schwieriger Mieter. Bis zu 70 Mal wechselte er seinen Wohnsitz. Heute dürfte er sich damit etwas schwer tun. Denn das Angebot an leistbaren Mietwohnungen ist stark begrenzt. Und die Immobilienpreise steigen in Vorarlberg kontinuierlich an.

Auch der gerade erschienene Immobilienpreisspiegel der Vorarlberger Sparkassen sieht die Lage unverändert. Das knappe Angebot und die immer größer werdende Nachfrage trieben 2016 die Vorarlberger Immobilienpreise weiter nach oben. Dazu beigetragen hat sicher, dass Immobilieninvestments in Zeiten von Niedrigzinsen immer beliebter werden. „Besonders Privatpersonen legten ihr Erspartes verstärkt in Immobilieneigentum an. Günstige Kredite und die Sicherheit, die Grund und Boden bieten, machen Immobilienkäufe so attraktiv“, erklärt Andreas Schabmann, Geschäftsführer von Sparkassen Real Vorarlberg.

Begehrt waren dabei alle Arten von Immobilien. Baugrundstücke für Private blieben weiterhin Mangelware. Und wenn man eines ergatterte, musste man dafür Spitzenpreise zahlen. Ebenso beliebt waren gebrauchte Immobilien wie Wohnungen oder Häuser. Hier gingen vor allem kleinere Wohnungen zwischen 150.000 und 160.000 Euro sprichwörtlich weg wie die warmen Semmel. „Dadurch hat sich mittlerweile auch das Angebot von Anlegerwohnungen im Ländle empfindlich verknappt“, berichtet Schabmann. Ebenso waren Gewerbeimmobilien stark nachgefragt. Betriebsgrundstücke kamen kaum auf den Markt, und auch die bekannten Gewerbeparks konnten sich über eine hohe Auslastung freuen. Schwierig war es nur bei Geschäftslokalen ohne Frequenz, die schon einmal ein paar Jahre leer stehen können, so der Experte.

Begrenztes Angebot

Nur auf dem Mietmarkt fielen die Preissteigerungen zumindest etwas moderater aus. Das ändere jedoch nichts an der Tatsache, dass das Angebot an leistbaren Mietwohnungen weiterhin nur sehr begrenzt ist. Somit gestalte sich gerade für junge Erwachsene die Suche nach der ersten eigenen Wohnung nicht einfach.

Ein Hoffnungsschimmer

Und eine Entspannung der Lage ist vorerst noch nicht in Sicht, sagt Schabmann. Vorerst. Denn einen Hoffnungsschimmer gibt es, zumindest mittelfristig. Und das liegt am Immobilienbestand, der durchschnittlich 50 Jahre alt ist. „Bedingt durch die demografische Entwicklung dürften in den nächsten fünf bis sieben Jahren Häuser und Wohnungen verstärkt innerhalb der Familie verschenkt oder vererbt werden und dann auch auf den Markt kommen“, ist Schabmann überzeugt. Sind diese dann an die neue Bedarfssituationen angepasst und dementsprechend saniert, könnte dies „mittelfristig das Immobilienangebot in Vorarlberg ausweiten und damit auch einigermaßen zu einer Normalisierung der Preise führen“.

Private legten ihr Erspartes verstärkt in Immobilien an.

Andreas Schabmann

Immobilienpreise

Mietwohnungen

ab 65 Quadratmeter Wohnfläche; Preis pro Quadratmeter (ohne Tiefgarage; Nettomiete ohne Betriebskosten); Hauptort mit näherer Umgebung (von mittlerer bis sehr guter Ausstattung)
» Bregenz: 7–12 Euro

» Egg: 6,20–8,70 Euro

» Dornbirn: 7,40–10 Euro

» Götzis: 6,80–9,50 Euro

» Feldkirch: 7–10 Euro

» Bludenz: 6,20–9 Euro

» Schruns: 6,20–9 Euro

Gebrauchte
Eigentumswohnungen

Preis pro Quadratmeter (ohne Tiefgarage; 60–80 Quadratmeter Wohnfläche, normale Stockwerklage);

Hauptort mit näherer Umgebung (von einfachem bis sehr gutem Wohnwert)

» Bregenz: 1800–3400 Euro

» Egg: 1600–2700 Euro

» Dornbirn: 1800–3200 Euro

» Götzis: 1800–3000 Euro

» Feldkirch: 1800–3100 Euro

» Bludenz: 1600–2600 Euro

» Schruns: 1600–2600 Euro

Gebrauchte Einfamilienhäuser

Preis pro Quadratmeter (ausgehend von einem unterkellerten Haus mit ca. 130 Quadratmeter Wohnfläche und ca. 450-500 Quadratmeter Grund);

Hauptort mit näherer Umgebung (von einfachem bis sehr gutem Wohnwert)
» Bregenz: 2800–4100 Euro

» Egg: 2300–3100 Euro

» Dornbirn: 2700–3900 Euro

» Götzis: 2500–3300 Euro

» Feldkirch: 2500–3300 Euro

» Bludenz: 2200–3000 Euro

» Schruns: 2200–3000 Euro

Baugrundstücke

Angaben in Euro pro Quadratmeter (durchschnittl. Größe 500 Quadratmeter, ausgen. Liebhaberlagen);

Hauptort mit näherer Umgebung (von einfachem bis sehr gutem Wohnwert)

» Bregenz: 380–720 Euro

» Egg: 180–300 Euro

» Dornbirn: 400–650 Euro

» Götzis: 330–460 Euro

» Feldkirch: 330–460 Euro

» Bludenz: 280–400 Euro

» Schruns: 280–400 Euro