Der Stadtmarkt schert aus: Inside Dornbirn verliert größtes Mitglied

Markt / 31.01.2017 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Stadtmarkt werden keine Inside-Gutscheine mehr angenommen.  SM
Im Stadtmarkt werden keine Inside-Gutscheine mehr angenommen. SM

Stadtmarkt-Betreiber fühlt seine Interessen nicht vertreten. Dornbirn-Gutschein-Besitzer sind Leidtragende.

Dornbirn. (VN-sca) Jutta Ibele verstand die Welt nicht mehr. Sie wollte ihr Weihnachtsgeschenk, Einkaufsgutscheine für die Dornbirner Geschäfte, die von der Wirtschaftsgemeinschaft Inside gestaltet, verwaltet und ausgegeben werden, im Stadtmarkt Dornbirn einlösen. Doch das konnte sie nicht. Sie hätte das vor dem 31. Dezember 2016 tun sollen, denn bis dahin waren der Stadtmarkt und die 17 attraktiven Geschäfte, die dort ihren Standort haben, noch eines von rund 200 Mitgliedern von Inside.

Doch Ende des Jahres griff der Eigentümer des Marktes, Anton Fink, zum Handy und kündigte die Mitgliedschaft, die auch alle Geschäfte in der innerstädtischen Shopping Mall umfasst, per 1. Jänner 2017: „Ich musste die Notbremse ziehen“, sagt er auf Anfrage. Und wegen dieser Kündigung werden auch die Einkaufsgutscheine nicht mehr eingelöst. Das sorgt für Ärger und Unzufriedenheit in den Geschäften und auch bei der Kaufleute-Vereinigung Inside, in der man noch einen Monat nach der plötzlichen Kündigung des Großmitglieds, so ein Beirat „vor den Kopf gestoßen“ sei.

Fink indes hat seine Gründe, warum er als Kämpfer für die Innenstadt und einer der Initiatoren einer Dornbirner Bürger- und Handelsinitiative, die seit vergangenem Herbst aktiv ist, seine Mitgliedschaft hinschmeißt. „Wegen der 7000 Euro Mitgliedsbeitrag ist es nicht“, so Fink im Gespräch mit den VN, „ich fühle mich von Inside nicht richtig vertreten.“ Obwohl zur Förderung der Innenstadt gegründet, so Fink, würde dieser Vereinszweck nicht mehr erfüllt. Inside sitze zwar bei vielen Projekten, etwa der Planung neuer Fußgängerzonen, mit am Tisch. Die Interessen der dort ansässigen Bürger und Händler vertrete sie aber nicht. „Das ist nicht Fisch und nicht Fleisch“, poltert Fink, der noch weitere Handelsimmobilien in der Stadt besitzt, „ich will, dass wir als Bürger und Händler mit am Tisch sitzen, wenn es um unser Umfeld geht.“

Auch die Ausweitung auf das gesamte Stadtgebiet ist nicht nach dem Geschmack des Immobilienentwicklers. „Mit dem Gutschein kann man auch bei der Tankstelle im Schwefel einkaufen oder in einem Supermarkt im Hatlerdorf. (Wo man übrigens nicht mit Gutschein einkaufen kann, ist der Messepark) Das sei in Ordnung, aber nicht der Sinn der City-Einkaufsgemeinschaft. Bei Inside wird der Austritt bestätigt und bedauert, doch am Dienstag waren Obmann und Stellvertreter nicht für ein Statement erreichbar. Außerdem hofft man noch, dass man mit dem Stadtmarkt doch wieder zusammenkommt. Deshalb wurde auch nicht auf der eigentlich einjährigen Kündigungsfrist beharrt.