Zimm profitiert von internationalem Trend

31.01.2017 • 18:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gunther Zimmermann leitet die Geschicke von Zimm, dem Spezialisten für Spindelhubgetriebe.  Foto: VN/Steurer
Gunther Zimmermann leitet die Geschicke von Zimm, dem Spezialisten für Spindelhubgetriebe. Foto: VN/Steurer

Höchster Umsatz seit Bestehen und Fokus auf Segment Spindelhubgetriebe.

Lustenau. (VN) 19,1 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr bedeuten für Zimm, den Lustenauer Spezialisten für Spindelhubgetriebe und Antriebssysteme den höchsten Umsatz seit Bestehen. Und auch die Ertragssituation sei wie auch in den Vorjahren zufriedenstellend positiv, betont der geschäftsführende Gesellschafter Gunther Zimmermann, ohne Detailzahlen zu nennen.

Treibende Kraft für dieses Wachstum seien die mehr als 40 Exportmärkte, so Zimmermann. Nicht zuletzt etwa ein Großauftrag für den Hafen von Dubai. Denn in Österreich, wo rund ein Fünftel des Geschäftsvolumens erzielt werde, sei man bereits seit Jahren Marktführer im Bereich Spindelhubgetriebe.

Um weiter eine entsprechende Entwicklung zu ermöglichen, sollen nun die internationalen Vertriebsstrukturen deutlich ausgebaut werden. Gerade wurden die Strukturen in Italien aufgewertet sowie ein eigenes Vertriebsbüro in Chicago eröffnet. Bislang habe man diesen wichtigen Markt von Lustenau aus über Händler betreut. „Jetzt sitzen dort unsere eigenen Mitarbeiter.“ Auch sehr aktiv sei Zimm mittlerweile in Südkorea und China, dort allerdings derzeit noch mit Partnern vor Ort.

Elektromechanische Antriebe

Zugute kommt dem Lustenauer Unternehmen dabei vor allem ein internationaler Trend bei Maschinen- und Antriebsbauern. „Die gehen weg von hydraulischen Systemen hin zu elektromechanischen Antrieben. Und dazu gehören unter anderem auch Spindelhubgetriebe“, so Gunther Zimmermann. Sie seien umweltfreundlicher, da kaum Leckagen mit Öl auftreten können. Sie würden eine sehr exakte Positionierung von Werkstücken oder Anlagen erlauben und seien sehr energieeffizient, da sie selbsthemmend seien und nur bei einer Veränderung der Stellung Strom benötigen. Spindelhubgetriebe können mit Lasten von 200 Kilogramm bis 100 Tonnen operieren. Durch diesen Trend kämen die Spindelhubgetriebe nunmehr in Bereichen zum Einsatz, an die man vor Jahren noch nicht einmal gedacht hätte. Zimmermann nennt etwa die Verstellklappen in Windkanälen, mit denen Strömungsveränderungen simuliert werden.

Um von diesem Trend weiterhin profitieren zu können, habe man im Vorjahr die strategische Entscheidung getroffen, alle Investitionen und den Fokus zur Gänze auf die Spindelhubgetriebe zu richten, mit denen vor Jahren noch 80 Prozent und mittlerweile 90 Prozent des Umsatzes erzielt werden. Der Geschäftsbereich Antriebssysteme, wo Standardprodukte für Maschinenbauer hergestellt und Handelsprodukte angeboten werden, soll nicht mehr forciert werden. Vom Geschäftsbereich Solar-Aktuatoren, mit denen Solarpaneele der Sonne nachgeführt werden, habe man sich fast völlig zurückgezogen. „Das lief nicht wie geplant und hat uns viel gekostet.“

Fertigungstiefe erhöhen

Neben dieser strategischen Entscheidung verfolgt Zimm seit 2012 die Strategie, die Fertigungstiefe zu erhöhen. Dabei wurde in allen möglichen Bereichen Insourcing betrieben. „Dieses Ziel haben wir jetzt erreicht. Einige große Aufträge der jüngeren Vergangenheit wurden erst dadurch ermöglicht“, so Zimmermann.

Fakten

Zimm Maschinenelemente

» Umsatz 2016: 19,1 Millionen Euro (+15 %), heuer werden 20 Millionen Euro erwartet

» geschäftsführender Gesell­schafter: Gunther Zimmermann

» Mitarbeiter: 110