Kälte und Schnee mag der Arbeitsmarkt nicht

Markt / 01.02.2017 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kälte und Schnee mag der Arbeitsmarkt nicht

13.055 Menschen im Land ohne Job. Leichter Anstieg im Jänner, Lage ist aber stabil.

Bregenz. (VN-reh) Wie sich ein Arbeitsmarkt übers Jahr entwickeln wird, kann man zwar prognostizieren. Wie er sich letztlich aber tatsächlich verhält, bleibt immer auch zu einem Teil ungewiss. So wurde für 2016 mit 500 Arbeitslosen mehr gerechnet, im Laufe des Jahres kam es dann doch zur Trendwende, und am Ende ging die Zahl der Menschen ohne Job zurück. Für heuer wird mit 200 Jobsuchenden mehr gerechnet. Aber noch zeigt sich der Arbeitsmarkt relativ stabil.

Ende Jänner verzeichnete der Arbeitsmarktservice Vorarlberg mit 10.555 Arbeitslosen um 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zum Dezember 2016 gab es allerdings eine Zunahme um 1,2 Prozent. Das liege am strengen Winterwetter, das zu einigen Freistellungen in Außenberufen führte, erklärt Bernhard Bereuter, Leiter des AMS Vorarlberg. Somit hat die eisige Kälte im Jänner die Erholung am Arbeitsmarkt etwas eingefroren. 20 Prozent aller Arbeitslosen haben aber bereits eine Einstellungszusage in der Tasche.

Rechnet man alle Personen hinzu, die derzeit an Schulungsmaßnahmen des AMS teilnehmen, sind in Vorarlberg 13.055 Menschen ohne Job. Weniger Probleme mit Arbeitslosigkeit haben nach wie vor jene zwischen 20 und 50 Jahren. Anders zeigt sich die Lage bei Menschen über 55, deren Jobchancen vielfach aufgrund geringer Qualifikation in Kombination mit gesundheitlichen Einschränkungen mäßiger sind. Genauso schwer tun sich unter 20-Jährige. Der AMS-Chef ist deshalb bestrebt, dass vor allem arbeitslose Jugendliche, die maximal einen Pflichtschulabschluss haben, die Chance nutzen, einen Lehrausbildung nachzuholen. Wobei das Qualifikationsproblem nicht nur an den Altersrändern zu finden ist.

Wer ungelernt ist oder nur eine geringe Qualifikation aufweisen kann, hat es unabhängig vom Alter nicht leicht. Die Hälfte aller arbeitslos vorgemerkten Personen haben keinen oder nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss in der Tasche.

Verdrängungswettbewerb

Besonders betroffen sind hier ausländische Mitbürger, weil diese einem starken Verdrängungswettbewerb ausgesetzt sind, sagt Bereuter. Oft würden Arbeitskräfte aus den klassischen Herkunftsländern wie der Türkei oder dem ehemaligen Jugoslawien vermehrt durch jüngere und zum Teil besser ausgebildete Personen aus dem EU-Raum ersetzt. Die Qualifikationsproblematik zeigt sich auch an der Tatsache, dass es im Jahresvergleich eigentlich nur bei den Hilfsberufen eine merkliche Zunahme an Arbeitslosen gab.

Ob indes der Plan der Regierung aufgeht, durch die Lockerung des Kündigungsschutzes für Menschen über 50 die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe zu senken, bleibt noch fraglich. Es könne helfen, äußern sich Arbeitsmarktexperten derweil vage.

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