Eine Markthalle braucht Raum

Markt / 14.02.2017 • 22:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein möglicher Standort für eine Markthalle: Doch Lage und bestehende Mietverträge sprechen dagegen.  Hagen
Ein möglicher Standort für eine Markthalle: Doch Lage und bestehende Mietverträge sprechen dagegen. Hagen

Idee einer Markthalle verfängt bei den Dornbirnern. Doch noch gibt es viele Hürden.

Dornbirn. Eine Markthalle zieht Besucher und neue Kunden an. Die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann ist bekennender Marktfan, deshalb „verfolge ich diese Idee schon seit Langem“. Bisher erst in Arbeitsgruppen und bei Gesprächen mit Bürgern, wie sie betont. Auch Immobilien­entwickler Anton Fink habe sie vergangenes Jahr darüber informiert, will sie die Urheberschaft für die Idee nicht Fink überlassen. Der ging in einem Gespräch mit den VN im September 2016 als erster mit dieser Vision an die Öffentlichkeit.

Versuche, Markthallen zu installieren, gibt und gab es am Bodensee: Etwa im „schoeller 2welten“-Areal in Bregenz, das, so Initiator Hubert Rhomberg, aber von Anfang an als Übergangslösung gedacht war: „Eine richtige Markthalle braucht Raum und einen entsprechenden Branchenmix.“ Auch an eine Nutzung im Veranstaltungsbereich sollte man denken, rät er, der die Idee grundsätzlich gut findet. Am anderen Ende des Sees, in Konstanz, scheiterte die Idee einer Markthalle im ehemaligen Kloster St. Peter. Nach einem ersten Versuch, der mangels Publikum mit einem finanziellen Fiasko endete, wurde im Herbst auch der zweite Versuch abgebrochen, weil sich Nachbarn querstellten und sich keine Mieter fanden. Konstanz hat deutlich mehr Einwohner als Dornbirn, nämlich 83.000, und ebenfalls die Nähe zum Schweizer Markt, der für beide Städte bei der Realisierung wichtig ist.

Nachdem die Stadt vergangene Woche eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hatte, habe sie viel Zustimmung erhalten, so Kaufmann. Doch noch ist nichts fix. Die mit der Studie beauftragte Beratungsfirma CIMA hat für ihre Empfehlungen nun Zeit bis zum Sommer. Etwa dazu, ob es überhaupt ein Potenzial gebe, und wenn ja, wo in der Innenstadt. „Es werden fünf bis sechs Standorte geprüft, darunter die Stadthalle“, bestätigt die Politikerin, schränkt aber ein, dass für die Halle erstens ein Mietvertrag bestehe und zweitens die Lage nicht optimal sei. Auch die Kosten für das Unterfangen liegen derzeit noch im Dunkeln.

Sicher ist nur, dass nicht an eine Überdachung des beliebten Dornbiner Marktplatzes gedacht sei, auf dem jetzt zweimal die Woche ein gut besuchter Markt stattfindet. „Die Halle soll den Markt abrunden“, sagt sie. Deshalb sollte sie nicht zu weit vom Freiluftmarkt entfernt sein. Schließlich soll die Halle nicht Kaufströme abziehen, sondern neue Kunden bringen und ein Umfeld schaffen, das dem Handel in der Innenstadt nützt.

Wer eigene Vorstellungen hat

Inside Dornbirn setzt zuerst andere Prioritäten, etwa die Verkehrssituation in der Stadt zu verbessern und die bestehenden Geschäftsstraßen attraktiver zu machen. „In der Marktstraße stehen bis zu sechs Geschäfte leer“, stellt Rudi Präg, Obmann der Werbegemeinschaft Inside, fest. „Wir haben bereits jetzt ein Geschäftsflächenmanagement“, betont dazu Kaufmann. Selbst Geschäfte zu kaufen und dann zu vermarkten, käme allerdings für die Stadt nicht infrage, „auch die Kaufleute haben Hausaufgaben zu machen, etwa einheitliche und kundenfreundlichere Öffnungszeiten einführen“.

Anton Fink, Stadtmarkt. Der Besitzer des Stadtmarkts sowie des gegenüberliegenden ehemaligen PSK-Gebäudes würde gerne eine Markthalle zwischen den beiden Bauten als Abschluss der Fußgängerzone Schulgasse sehen.

Bürgerkomitee Mozartstraße-Sala. Die rund 300 Anrainer der künftigen Stichstraße fürchten eine Zunahme des Verkehrs, der schon jetzt an der Grenze des Erträglichen sei. Sie „erwarten eine gute Verkehrskonzeption und ein schon versprochens Verkehrsleitsystem“, so ihr Sprecher Dieter Mareska.

Markthalle soll Wochenmarkt ergänzen, nicht ersetzen.

Andrea Kaufmann

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