“Mindestlohn kostet keine Arbeitsplätze”

Markt / 16.02.2017 • 19:03 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Für Gewerkschaft und Arbeiterkammer profitieren Unternehmen und Arbeitsmarkt.

Wien. (VN) Für Gewerkschaft und Arbeiterkammer hat die Erhöhung der Mindestentlohnung auf 1500 Euro keine Auswirkungen auf die Arbeitsplätze. Sie reagieren damit auf eine Berechnung der Agenda Austria, wonach der Mindestlohn mindestens 20.000 Jobs kosten würde, davon 1050 im Handel und 2900 im Gewerbe.

Von dem Mindestgehalt unter 1500 Euro seien im Handel fast nur Praktikanten betroffen, so Karl Dürtscher, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der GPA-djp. Außerdem würden höhere Einkommen die Kaufkraft ankurbeln und die Motivation der Beschäftigten erhöhen, wovon auch Unternehmen und der Arbeitsmarkt profitieren würden. Man solle die Diskussion über den Mindestlohn also bitte den Experten überlassen, heißt es in Richtung Agenda Austria.

vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit verweist auf Studien in den USA, wonach eine Anhebung der Mindestlöhne keine negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gehabt habe, es könnten sogar mehr Arbeitsplätze entstehen. Die Forschung habe gezeigt, dass die Erhöhung des Mindestlohns auch bei relativ hoher Arbeitslosigkeit ein wirksames Mittel zur Verbesserung der Einkommen sei.

In Deutschland habe die Einführung des Mindestlohns zu keinem Rückgang der Arbeitsplätze geführt, sagt AK-Präsident Rudolf Kaske. Dabei habe im Vorfeld der Einführung der frühere Ifo-Chef Hans-Werner Sinn einen Verlust von 900.000 Arbeitsplätzen vorausberechnet. Die deutsche Arbeitslosigkeit liege jetzt aber auf einem Rekordtief.

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