EZB-Zinssitzung wird für Draghi Drahtseilakt

Markt / 05.03.2017 • 18:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zentralbank wird Volkswirten zufolge wohl nicht am Kurs rütteln.

Frankfurt. Nach dem jüngsten Inflationssprung in der Eurozone erhöht sich der Druck auf EZB-Präsident Mario Draghi. Vor allem aus Deutschland werden Rufe lauter, die Notenbank solle allmählich den Ausstieg aus ihrer ultraexpansiven Geldpolitik einleiten. Doch Volkswirte erwarten nicht, dass der EZB-Rat bereits auf seiner Sitzung am Donnerstag in Frankfurt diesen Forderungen nachkommt.

„Es ist immer noch zu früh für die EZB, dem Beispiel der US-Notenbank Fed zu folgen und zu einer weniger lockeren Ausrichtung überzugehen“, meint der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. Auch an den Leitzinsen werden die Euro-Wächter wohl nicht rütteln, die seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegen. Neue Inflationsvorhersagen der EZB-Ökonomen sollen zur Zinssitzung am Donnerstag vorliegen. Für den EZB-Chef dürfte das Ratstreffen deshalb ein Drahtseilakt werden. „Wir glauben, dass EZB-Präsident-Draghi seine gesamten Kommunikationsfähigkeiten aufbieten muss, um Vorschläge zurückzudrängen, die EZB solle zu einer strafferen Haltung übergehen“, sagt ein Experte aus Bankenkreisen.