„Klosters-Gargellen große Chance“

06.04.2017 • 20:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das ist eine gute Möglichkeit für Destinationen, sich zu entwickeln. Die Größe eines Gebiets ist sehr oft ausschlaggebend bei der Wahl des Urlaubsortes.
              Peter Marko, GF Silvretta Montafon

Das ist eine gute Möglichkeit für Destinationen, sich zu entwickeln. Die Größe eines Gebiets ist sehr oft ausschlaggebend bei der Wahl des Urlaubsortes.

Peter Marko, GF Silvretta Montafon

Überlegung, die Skigebiete Klosters und Gargellen zu verbinden, sorgt für Diskussionen. 

Gargellen. (VN-sca) Vor 40 Jahren haben Schweizer und Vorarlberger rund um die Madrisa schon einmal große Pläne geschmiedet und dann doch wieder verworfen, ausschlaggebend waren technische Fragen und schlussendlich auch die Kosten. Die Technik hat sich weiterentwickelt; eine Realisierung wäre heute möglich, so die Seilbahner und die Techniker, und auch die Finanzierung ist machbar. Nach der exklusiven Veröffentlichung der Überlegungen in den VN regen sich nun die ersten Stimmen zur grenzüberschreitenden Skiverbindung, die natürlich nicht die erste in Vorarlberg ist, denn seit Anfang der Siebzigerjahre fährt man zwischen Kleinwalsertal und Oberstdorf auf Skiern über die Grenze.

Franz Türtscher, Vizebürgermeister der Gemeinde Mittelberg, berichtet „nur Positives“ über den Zusammenschluss: „Das kommt bei den Gästen sehr gut an. Es gibt praktisch keine Ski-Gäste, die das nicht nutzen.“ Ihm ist auch klar, dass man auch im Montafon die Skigebiete weiterentwickeln muss.

In der Landesregierung gibt man sich skeptisch zu den Plänen: Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser und Landesrat Johannes Rauch verweisen auf die Vorarlberger Tourismusstrategie 2020, wonach für die Wintersportinfrastruktur keine bisher unangetasteten Landschaftsräume erschlossen werden sollen. Wirtschaftslandesrat Rüdisser gibt zu bedenken, dass Vorarlberg bereits eine hohe Seilbahndichte aufweist: „Gerade in den letzten Jahren wurden große Investitionen in Seilbahnen getätigt.“ Landesrat Rauch ergänzt: „Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, auch naturnahe, nicht erschlossene Landschaftsräume zu erhalten.“

Argumente, die der St. Gallenkirchner Bürgermeister Josef Lechtaler so nicht gelten lässt: „Wir haben die Weißzone abgelehnt, damit wir uns entwickeln können. Bei uns gibt es bereits genug Biotope und Schutzzonen.“ Er kenne das Projekt noch nicht genau, begrüße die Vision aber. Er habe sich sagen lassen, dass es für die Verbindung lediglich ein oder zwei Stützen brauche, die alles überspannen. Und auch Skigebietsnachbar Peter Marko, Silvretta Montafon, sieht ein solches Projekt als Chance. „Mehrere internationale Gästebefragungen zeigen, dass die Größe eines Gebietes für die Wahl der Destination ausschlaggebend ist.“ Der Plan sei verfolgenswert. Und er weist ebenfalls darauf hin, dass man sich durch das Freihalten von Korridoren die Chancen offenhalte. Der Montafon Tourismus enthält sich noch der Meinung.

Kleinwalsertal und Oberstdorf haben vor über 40 Jahren ein grenzüberschreitendes Skigebiet geschaffen und nur positive Erfahrungen damit gemacht.
              Franz Türtscher, Vizebgm. Mittelberg

Kleinwalsertal und Oberstdorf haben vor über 40 Jahren ein grenzüberschreitendes Skigebiet geschaffen und nur positive Erfahrungen damit gemacht.

Franz Türtscher, Vizebgm. Mittelberg

Die Verbindung ist eine gute Möglichkeit, unsere Destination zu stärken. In die Natur wird nicht sehr eingegriffen, es braucht nur eine oder zwei Stützen.
              Bgm. Josef Lechtaler, St. Gallenkirch

Die Verbindung ist eine gute Möglichkeit, unsere Destination zu stärken. In die Natur wird nicht sehr eingegriffen, es braucht nur eine oder zwei Stützen.

Bgm. Josef Lechtaler, St. Gallenkirch

In den letzten Jahren wurden große Investitionen in Seilbahnen getätigt. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, auch naturnahe, nicht erschlossene Landschaftsräume zu erhalten.

In den letzten Jahren wurden große Investitionen in Seilbahnen getätigt. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, auch naturnahe, nicht erschlossene Landschaftsräume zu erhalten.“

Johannes Rauch, LR