Mehr als genug Holz für Wohnbau

11.04.2017 • 20:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Vorarlberg wächst mehr Holz als verbraucht wird. Ein Baustoff, der Beton ersetzen könnte, so die Landwirtschaftskammer. Foto: Berchtold
In Vorarlberg wächst mehr Holz als verbraucht wird. Ein Baustoff, der Beton ersetzen könnte, so die Landwirtschaftskammer. Foto: Berchtold

Weil Baurohstoffe teurer sind als in Tirol, bringt Landwirtschaftskammer nun Holz ins Spiel.

Bregenz. (VN-sca) Kies, Beton, Split und Asphalt sind in Vorarlberg bis zu 50 Prozent teurer als im Nachbarbundesland Tirol, wie ein Preisvergleich in den VN zeigte. Bauinnungsmeister Peter Keckeis kritisierte, dass diese hohen Preise „von der Politik hausgemacht sind“, u. a. deshalb, weil die Rohstoffe im Land nur begrenzt abgebaut werden dürfen. Bei Holz ist das offenbar anders, denn Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger nimmt den VN-Preisvergleich zum Anlass, um für den Baustoff Holz zu werben. „Holz ist mit der Wasserkraft zusammen sicher die wichtigste Ressource, die wir in Vorarlberg haben. Das Erfreuliche daran ist, dass sie laufend nachwächst und wir Holz nachhaltig noch mehr nutzen können.“

Genug Holz für Hausbau

Ein gutes Drittel der Vorarlberger Landesfläche ist Wald. In einer Minute wächst in Vorarlberg ein Kubikmeter Holz nach. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus werden etwa 100 Kubikmeter Rundholz benötigt. Damit kann mit dem Holzzuwachs von zwei Stunden bereits mehr als ein Einfamilienhaus errichtet werden. Mit dem Zuwachs von zwei Tagen könnten bereits knapp 30 Einfamilienhäuser errichtet werden, rechnet die Landwirtschaftskammer vor. Jedes Jahr wachsen in Vorarlbergs Wäldern 610.000 Kubikmeter Holz nach. Genutzt werden im Durchschnitt allerdings nur etwa 335.000 Kubikmeter. Da bleibt genug Luft nach oben.

„Die regionale Wertschöpfungskette von den Waldbesitzern über die Holzakkordanten, Säger, Zimmerer, Tischler und Fensterhersteller könnte weiter gestärkt und ausgebaut werden. Dazu haben wir in Vorarlberg einen starken und absolut ausbaufähigen Holzbau auf hohem Niveau. Das oft genannte Kostenargument gegen den Holzbau ist bei näherer Betrachtung, wie bei den Messehallen nachgewiesen, in den meisten Fällen falsch“, so Moosbrugger.

Die Argumente sind wohl wahr und Holz ist im Land ja durchaus beliebt. Ganz ohne Beton, Kies und Sand werden aber auch Holzhaus-Bauherren nicht auskommen, denn Fundamente, Keller, Zufahrten oder Plätze werden wahrscheinlich auch in Zukunft betoniert, asphaltiert oder gekiest.