Überwiegend Sonne am Konjunkturhimmel

12.04.2017 • 20:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

46 Prozent der Vorarlberger sehen die derzeitige Wirtschaftslage im Sonnenlicht.

Schwarzach, Linz. (VN-sca) Nur zwei Prozent der Vorarlberger bezeichnen die Wirtschaftslage im Sinne eines Wetterberichts als regnerisch, sieben Prozent sehen starke Bewölkung am Wirtschaftshimmel. Und 30 Prozent trauen dem blauen Businesshimmel nicht ganz, sie bezeichnen die Wetterlage als leicht bewölkt.

Der Jahrestrend in der vom Linzer Marktforschungsinstitut Spectra für die Vorarlberger Nachrichten und die Bundesländertageszeitungen erhobene Wirtschaftsbarometer zeigt mit großer Klarheit nach oben. Der Pessimismus ist in Österreich von 2016 auf 2017 um zwei Prozentpunkte gesunken (von 37 auf 35), der Optimismus um drei Prozentpunkte gestiegen (von 10 auf 13). Die Erholung des Wirtschaftsklimas ist aus der Sicht der Bevölkerung nachhaltig, das Niveau der Jahre 2012 bis 2014 erreicht. Im Gegensatz zum privaten Konsumklima fehlt aber beim Wirtschaftsoptimismus doch noch ein ordentliches Stück auf das Vorkrisenjahr 2007.

„Erfreuliche Entwicklung“

Spectra-Chef Peter Bruckmüller zieht aus den Umfrageergebnissen das Fazit, „dass die an sich sehr erfreuliche Entwicklung des Wirtschaftsoptimismus nach wie vor hinter dem privaten Konsumklima nachhinkt, ist symptomatisch für die Nachkrisenjahre.“ Es sei unter anderem die nach der Krise schnell wieder gewonnene Konsumfreude gewesen, die Österreich trotz trister Wirtschaftsdaten „durchgetragen“ habe. „Jedenfalls war es nicht der Wirtschaftsoptimismus, der da nicht mithalten konnte.“

Optimismus hat Grenzen

Der Optimismus der Vorarlberger hat allerdings Grenzen: 46 Prozent der befragten Landsleute sind der Meinung, dass es mit der Wirtschaft mittelfristig eher abwärts geht. Nur zwölf Prozent glauben, dass es mit dem Standort aufwärts geht, und 32 Prozent vermuten, dass die derzeitige Situation prolongiert wird.

60 Prozent zufrieden

17 Prozent der Vorarlberger sind trotz der allgemein guten Stimmung davon überzeugt, dass sie sich weniger leisten können als im Vorjahr. 19 Prozent der Befragten im Land können sich mehr leisten und 60 Prozent gleich viel wie vor einem Jahr. Skeptisch sind die von Spectra mit der Frage: „Wird die Arbeitslosigkeit in den nächsten zwölf Monaten eher zunehmen, gleich bleiben oder eher abnehmen?“ konfrontierten Personen in Sachen Arbeitsmarkt. Obwohl die Arbeitslosigkeit seit Monaten abnimmt und in Vorarlberg überhaupt niedriger ist als im Bundesschnitt, vermuten 64 Prozent der Befragten eine Zunahme und nur vier Prozent rechnen mit weniger Arbeitslosen.

Beliebtester Unternehmer bei den Vorarlbergern ist übrigens der Wolfurter Seilbahnbauer Michael Doppelmayr. 70 Prozent der Vorarlberger haben eine gute Meinung von ihm, schlecht denkt gar keiner. 30 Prozent gaben an, ihn nicht zu kennen bzw. ihn nicht beurteilen zu können. Ihm folgt Beschlägehersteller Gerhard Blum, der 52 Prozent der Vorarlberger gut im Gedächtnis ist.