Diese Neuheit wurde per Zufall entdeckt

14.04.2017 • 16:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die innovative und zum Patent angemeldete Betteinlage Texible Wisbi kommt noch im April auf den Markt.  Foto: Texible GmbH

Die innovative und zum Patent angemeldete Betteinlage Texible Wisbi kommt noch im April auf den Markt. Foto: Texible GmbH

Das Start-up-Unternehmen Texible meldete seine Weltneuheit Wisbi zum Patent an.

hohenems. Texible Wisbi ist die weltweit erste industriell waschbare Inkontinenz-Betteinlage, die Nässe erkennt, absorbiert und automatisch das Pflegepersonal oder den Betreuer alarmiert (die VN berichteten). Das ermöglicht erstmals eine gezielte Pflegeversorgung durch einen schnellen Textilwechsel. Umständliche, regelmäßige Kontrollen entfallen. Einzigartig ist die Qualität und Funktionalität der Betteinlage. Texible ist es gelungen, elektronische Sensoren derart in das Textil zu integrieren, dass es viele Industriewäschen unbeschadet übersteht. Das Material ist dennoch extrem dünn und angenehm, atmungsaktiv und wasserundurchlässig.

Patentfähige Funktion

„Ende letzten Jahres befanden wir uns bereits in der Serienentwicklung der Elektronik, als wir zufällig entdeckten, dass der Sensor nicht nur Nässe erkennt, sondern auch ob jemand drauf sitzt oder nicht. Ab diesem Zeitpunkt machte eine Patentierung durchaus Sinn, denn ein Sensor mit Nässe- und gleichzeitiger Belegungserkennung gibt es bis dato nicht“, erklärt Geschäftsführer Thomas Fröis. Diese Kombination ist gerade in der häuslichen Pflege praktisch, da sie meldet, ob die pflegebedürftige Person das Bett verlassen hat. Das mindert Sturzrisiken oder die Gefahr des Weglaufens wesentlich.

Viele weitere Anwendungsfelder sind denkbar. Um den Termin für den Marktstart einzuhalten, musste die Patentanmeldung zügig vorbereitet und beim Patentamt eingereicht werden. Denn die Erfindung sollte bis zur Einreichung geheim bleiben, sonst wird die Neuheit gefährdet. „Im Kundengespräch war ich ständig da­rauf bedacht, nicht zu viele technische Details preiszugeben. Nun liegt die Patentschrift beim Patentamt und wir können mit dem Verkauf starten“, ist Fröis erleichtert. „Als Hightech-Startup wurde uns dafür der Patent.Scheck der FFG gewährt.“

Sensor aus der Stickmaschine

Um dünne Drähte und Materialien wie Glasfaser, Kupfer und Stahl mit konventionellen Stickmaschinen verarbeiten zu können, kommt eine weitere Patentanmeldung zum Zug. Texible entwickelte eine Maschinenerweiterung, die es ermöglicht, leitfähige Materialien auf Textilien zu sticken. „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal, denn damit können wir technische Textilien herstellen, die andere nicht können.“

Schutzrecht-Tipps

Der Patent.Scheck bietet Start-ups, KMUs und GründerInnen einen einfachen Einstieg in den Erfindungsschutz. Er fördert 80 % der Kosten (max. 12.500 Euro) für Technologie- und Patentrecherche, nationale und internationale Patentanmeldung und Patentmonitoring. Dafür stehen Experten des Patentamts, der FFG, der WISTO und Patentanwälte zur Verfügung. Der Scheck kann einmal pro Jahr und pro Forschungsidee bei der FFG beantragt werden.