Der Franken bleibt im Visier der USA

17.04.2017 • 16:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Schweizer Notenbank will eine Aufwertung verhindern. VN/HB
Die Schweizer Notenbank will eine Aufwertung verhindern. VN/HB

Maßnahmen zur Schwächung des Franken sollen transparent gemacht werden.

Zürich. Die Schweiz bleibt auf der US-Beobachtungsliste für Währungsmanipulation. In einem Bericht kritisierte das US-Finanzministerium die Interventionen der Schweizer Notenbank SNB zur Schwächung des Frankens. Diese sollten transparent gemacht werden, erklärten die US-Amerikaner. Zudem solle die Schweiz ihre Eingriffe in den Devisenmarkt darauf beschränken, kurzfristige Höhenflüge des Frankens im Zuge akuter Krisen zu unterbinden.

Gezielte Schwächung

Der Schweizer Franken gilt bei Investoren als sicherer Hafen und ist daher besonders in turbulenten Zeiten gefragt. Die SNB will eine Aufwertung der aus ihrer Sicht bereits überbewerteten Währung aber mit allen Mitteln verhindern. Denn ein starker Franken macht Schweizer Waren im Ausland teuer und bremst damit die exportorientierte Wirtschaft. Die Notenbank schwächt den Franken daher gezielt über Interventionen am Devisenmarkt. Dabei druckt sie Franken und kauft im Gegenzug etwa Euro. Die USA schätzen den Umfang der Interventionen der SNB im vergangenen Jahr auf netto 66 Mrd. Dollar (62,09 Mrd. Euro).

Statt zu intervenieren, könne die Schweiz auf traditionelle geldpolitische Instrumente wie die Zinsen setzen, um die Inflation zu steuern, heißt es in dem halbjährlich veröffentlichten US-Bericht. Die Zinsen in der Schweiz liegen bei minus 0,75 Prozent.