Im Land sind noch 1500 Lehrstellen zu vergeben

17.04.2017 • 16:31 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Aussichten auf die Wunschlehrstelle sind so gut wie selten zuvor. Symbolbild: VN/Paulitsch
Die Aussichten auf die Wunschlehrstelle sind so gut wie selten zuvor. Symbolbild: VN/Paulitsch

Lehre ist bei Schulabgängern nach wie vor beliebt. Großes Angebot bei Metall- und Elektroberufen.

Schwarzach. (VN-sca) „Die Bereitschaft der Vorarlberger Unternehmen, Lehrlinge auszubilden, ist ungebrochen hoch“, sagt Christoph Jenny, stellvertretender Wirtschaftskammerdirektor und Leiter der Lehrlingsstelle. „Allerdings tun sich vor allem kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe immer wieder schwer, für die Ausbildung geeignete Jugendliche zu finden.“

Der immer wieder beklagte Rückgang bei den Ausbildungsbetrieben sei in erster Linie der demografischen Entwicklung der letzten Jahre und dem Umstand geschuldet, dass fast die Hälfte aller Betriebe ein oder zwei Lehrlinge ausbilden. „Gerade diese Betriebe tun sich tendenziell schwerer, für die jeweilige Ausbildung geeignete Jugendliche zu finden und fallen dann – oft auch nur vorübergehend – aus der Lehrlingsausbildung heraus.“

Heuer gibt es noch genügend Lehrstellen für Schulabgänger. In der Lehrstellenbörse des Arbeitsmarktservice sind jedenfalls noch fast 1400 offene Lehrstellen in fast allen Berufsgruppen und in allen Regionen des Landes zu finden, gibt AMS-Chef Bernhard Bereuter Jugendlichen und Eltern einen Tipp, wie sie ihre Traumlehrstelle finden. „Man kann nach Berufen suchen, aber auch nach Orten.“

Dennoch: Jetzt ist es höchst an der Zeit für die jungen Berufseinsteiger, ihren Lehrbetrieb zu finden. Hunderte Jugendliche haben das in den vergangenen Tagen erledigt. Die Betriebe der Vorarlberger Metall- und Elektroindustrie haben Anfang des Monats die Jugendlichen, die sich beworben haben und oft auch einen Test beim Wunscharbeitgeber machten, über die Ergebnisse informiert und schon Nägel mit Köpfen gemacht – sprich: die Zusagen verschickt. So hat etwa Ausbildungschampion Blum bis dato 91 neue Lehrlinge eingestellt, bei Doppelmayr sind es 32, die im Herbst die Ausbildung beginnen. Bei Meusburger in Wolfurt wurden
35 Lehrlinge eingestellt, um nur einige Beispiele zu nennen.

Chancen auf Wunschberuf

Die Aussichten auf die Wunschlehrstelle sind so gut wie selten: Die Zahl der Jugendlichen geht zurück, der Mangel an Fachkräften ist groß. Die meisten offen gemeldeten Lehrstellen finden sich in den Metall- und Elektroberufen (618), gefolgt von kaufmännischen Berufen im Handel und im Verkehr (301), der Baubranche (245) und im Tourismus (210). „Für alle Bereiche gibt es Angebote“, sagt denn auch Bereuter, der auch auf  Angebote des AMS sowohl für Lehrstellensuchende als auch für Firmen verweist, die in einer ganzen Reihe von Fällen auf Unterstützung hoffen können. „Aber bitte vor der Anstellung der Lehrlinge ansuchen.“

Auf ein breites Angebot an zukunftsweisenden Ausbildungsmöglichkeiten weist auch der Geschäftsführer der Sparte Handwerk und Gewerbe bei der Wirtschaftskammer, Thomas Peter, hin. Die Handwerker sind immerhin – noch vor der Industrie – die größten Lehrlingsausbilder im Land. Derzeit sind 3222 Jugendliche in einem Lehrverhältnis im Handwerk. Der Vorteil aus Peters Sicht: der Praxisbezug. „Es wollen nicht alle in einer eigens eingerichteten Lehrwerkstätte ausgebildet werden, viele junge Menschen wollen ihre Fertigkeiten in der Praxis erlernen.“

Außerdem bieten die Berufsgruppen und einzelne Gewerbebetriebe zahlreiche Zusatzausbildungen und Leistungen an, betont er. Das reiche von Spezialausbildungen über Workshops bis zu Seminaren.

Steigende Anforderungen

Die Anforderungen in den meisten Lehrberufen sind gestiegen. Neben grundlegenden Fähigkeiten etwa in Lesen, Schreiben und Rechnen wird von den Jugendlichen natürlich Motivation, Begeisterung für den Beruf und Leistungsbereitschaft erwartet. Soziale und schulische Unterstützung bietet deshalb auch das AMS an, denn Ziel sei es, so Bereuter und Jenny, jeden Jugendlichen in eine qualifizierte Beschäftigung zu bringen. Und das am besten ohne Zwang, der ja mit der verpflichtenden Ausbildung für alle Jugendlichen bis 18 möglich wäre.

Lehrstellenstatistik

» Freie Lehrstellen:
1500 nach Branchen:

» Metall- und Elektroberufe (618)

» kaufmännische Berufe im Handel und im Verkehr (301)

» Berufe im Bau- und Bauneben­gewerbe (245)

» Berufe im Tourismus (210)

» Lehrlinge in Vorarlberg Ende März 2017: 6536 (-2%)

» Lehrlinge im ersten Lehrjahr Ende März: 2058 (+ 2,1 %)

» Lehrvertragsanmeldungen Ende März 2016: 588 (+ 2,3 %)

ams.at/lehrstellen, Job App des ams, www.lehre-im-walgau.at,
www.extrix.at, www.lehrberuf.info, www.ländlelehre.at,
www.wko.at/lehrbetriebsuebersicht