Unternehmer zwischen Himmel und Erde

26.04.2017 • 16:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Designer Marco Spitzar holte die
Designer Marco Spitzar holte die „Straßenschau“ nach Dornbirn.

„Straßenschau“ macht in Dornbirn halt – neue Perspektiven für Unternehmer.

Dornbirn. (VN-sca) Zuerst einmal geht es nach oben – ein Signal, das der Wirtschaft grundsätzlich gefällt. Die gemeinnützige Organisation „Kreatives Unternehmertum“ mit Sitz in München startet ihre  „Straßenschau“ genannte Veranstaltungsreihe am Dornbirner Karren, um im Laufe der Woche über Zürich, München und Berlin nach Hamburg weiterzuziehen. Die Veranstalter machen sich auf diesen Weg mit dem Vorsatz, den klassischen Unternehmerbegriff aufzubrechen und Entscheider aus den besuchten Regionen zu wichtigen Themen rund um Gesellschaft, Wirtschaft und Kreativität auf neue Art zusammenzubringen.

Vortrag in der Seilbahn

Und das nicht ganz so wie gewohnt. In Dornbirn, das dank dem Engagement des einheimischen Kreativen Marco Spitzar als Auftaktort für die Straßenschau auserkoren wurde, ließ man die Teilnehmer zunächst einmal in der Schwebe. Denn Spitzar referierte ebenso wie der Manchester-United-Talentescout Arnaud Benneker zwischen Himmel und Erde, nämlich in den Kabinen der Karrenseilbahn über die Zusammenhänge von Leistungssport und erfolgreichem Unternehmertum bzw. über die Gebote der Kreativität. Ungewöhnlich war auch, dass von den Erfahrungen und Tipps auch profitieren konnte, wer gar nichts mit der Veranstaltung zu tun hatte. Denn die Seilbahnkabinen waren an diesem schönen Abend gut gefüllt mit Wanderern und Ausflüglern.

Sinnstiftend und visionär

Was kreatives Unternehmertum auszeichnet, haben die Protagonisten, die in Dornbirn vor Ort waren, in ein Manifest gegossen, das etwa an die „unendlliche Gestalter- und Schöpfungskraft im Menschen“ glaubt, an ein „Unternehmertum, das mit leuchtenden Augen Visionen für eine bessere Welt umsetzt“ oder „für die Gesellschaft sinnstiftende Formen der Zusammenarbeit schafft“.

Wie das aussehen könnte, zeigte sich nicht nur in der Gondel, sondern auch bei den anschließenden Programmpunkten. Nachdem Verena Konrad über das Vorarlberger Architektur Institut referierte, den Stellenwert der Architektur im Land schilderte sowie über Entwicklungsmöglichkeiten und den Einfluss, den Unternehmer auf die architektonische Qualität nehmen können, berichtete,  sprach Gebrüder-Weiss-Vorstand Heinz Senger-Weiss darüber, wie ein Unternehmen auch nach 500 Jahren noch innovativ sein kann und was einen internationalen Logistik-Konzern an den Standort Vorarlberg bindet, diskutierten Konrad und Senger-Weiss vor Publikum. Etwa über die Beweggründe beim Bau der neuen Gebrüder-Weiss-Zentrale, über den Standort und die Zukunft.

Austausch auf Augenhöhe

Genau das gefiel auch den rund 100 Teilnehmern der Veranstaltung und erfüllte auch die Erwartung von Marco Spitzar, der schon im Vorfeld versprach, dass es nicht die üblichen Vorträge gibt, sondern einen disziplinenübergreifenden „Austausch auf Augenhöhe“, frischen Wind und neue Gedanken. „Wir wollen den Menschen mit der Veranstaltung ein Entrée bieten“, sagt Spitzar, der die Straßenschau von Dornbirn bis Hamburg begleitet. Genau das klappte bei der Straßenschau. Nicht nur Marco Spitzar hofft, dass das zarte Pflänzchen nun ordentlich weiterwächst.

Manchester-United-Scout Arnaud Benneker referierte in der Seilbahn über Spitzensport, Kreativität und Unternehmertum.  Fotos:Stiplovsek
Manchester-United-Scout Arnaud Benneker referierte in der Seilbahn über Spitzensport, Kreativität und Unternehmertum. Fotos:Stiplovsek