„Re-Start“ für den ARBÖ

Markt / 05.05.2017 • 19:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Pannenfahrer Markus Sueß betreut die Arbö-Mitglieder im Oberland. Gms
Pannenfahrer Markus Sueß betreut die Arbö-Mitglieder im Oberland. Gms

Automobilklub eröffnet nach Pleite 2014 wieder ein Prüfzentrum in Feldkirch.

Feldkirch. (VN-gms) Im Juli 2014 schlitterte die Landesorganisation Vorarlberg des Auto-, Motor- und Radfahrerbundes  Österreichs (Arbö) und die Arbö Betriebsgesellschaft mbH Feldkirch in eine Millionenpleite. 2,45 Millionen Euro betrugen die Außenstände. Das Prüf- und Servicezentrum in der Feldkircher Reichsstraße wurde in Folge als Konkursmasse veräußert, acht Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz. Davon nicht betroffen war das Arbö Prüfzentrum in Bregenz, das direkt der Bundesorganisation gehörte. Seither mussten allerdings die Arbö-Mitglieder aus dem Oberland für Service-Leistungen bis nach Bregenz fahren.

Jetzt legt die Autofahrerorganisation, pünktlich zum 50-Jahr-Jubiläum des Pannenservice, einen „Re-Start in Vorarlberg“ hin, wie es Pressesprecher Sebastian Obrechter nennt. Die Organisation hat im Feldkircher Betriebsgebiet Runa ein neues Prüfzentrum eingerichtet und 200.000 Euro in den Standort investiert. Ein Abschlepp-Lkw und ein Pannenfahrzeug sind dort stationiert, das Prüfzentrum ist am Stand der Zeit ausgerichtet. Die 57a-Begutachtungen, also das „Pickerl“, werden auch angeboten. „Wir können unseren Mitgliedern jetzt wieder einen Service am Stand der Zeit bieten“, erklärt Mathias Margreiter, Betriebsleiter für Tirol und Vorarlberg. Aktuell ist lediglich ein Mitarbeiter beschäftigt, man suche aber aktiv nach zwei weiteren Technikern, erklärt er weiter.

Mitgliederoffensive

Der neue Standort soll laut Arbö-Vorarlberg-Präsident Peter Steurer den Service für die Mitglieder im Oberland verbessern. Und er hat große Pläne: Man wolle den derzeitigen Stand von 5000 Arbö-Mitgliedern in Vorarlberg auf 10.000 ausbauen, eine Mitgliederoffensive läuft. Steurer betont, dass man nach dem Neustart wirtschaftlich arbeiten will. Dafür wurde im Gegensatz zur früheren Firmenstruktur vieles zentralisiert. Geschäftsführung und Buchhaltung sitzen in Wien, der Betriebsleiter in Innsbruck. Das helfe Kosten zu sparen, erklärt Margreiter. Der zudem betont, „es wurde kein Dritter geschädigt“. Denn der Millionenausfall sei vom großen Hauptschuldner, der Arbö Bundesorganisation, bezahlt worden.

Der Arbö-„Re-Start“ soll sich nicht nur auf die Infrastruktur beschränken, kündigte Pressesprecher Obrecht an. Künftig werde sich der „rote“ Automobilclub auch wieder zu verkehrspolitischen Themen im Land zu Wort melden.

Arbö Vorarlberg

» 5000 Mitglieder

» 350.000 Euro Umsatz (etwa zur Hälfte Mitgliedsbeiträge und Einnahmen aus Leistungen)

» 5 Mitarbeiter in Vorarlberg

» Standorte: Feldkirch, Bregenz

» Notrufnummer: 123