Handel muss wachsen, weil der Bedarf steigt

Markt / 14.06.2017 • 22:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Götzis ist eine der wenigen Gemeinden, die mit dem Garnmarkt den Handel zurück ins Zentrum brachte. PZ
Götzis ist eine der wenigen Gemeinden, die mit dem Garnmarkt den Handel zurück ins Zentrum brachte. PZ

Bis 2030 verträgt Vorarlberg rund 55.300 Quadratmeter neue Verkaufsflächen.

Bregenz, Feldkirch. Vorarlberger sind dem Handel im Land treu. Das ist das äußerst erfreuliche Ergebnis der „Studie zur qualitativen Einzelhandelsentwicklung für 2030 im Bundesland Vorarlberg“, die auf Basis der Ergebnisse der Kaufkraftstrom- und Einzelhandelsstrukturuntersuchung des Handelsforschungsunternehmens CIMA erstellt wurde. Das ist eine Kaufkrafteigenbindung, wie das im Fachjargon heißt, von 90 Prozent; in der Nahversorgung, so die Studie, „liegt man mit 95 Prozent nahe am Status der ,Vollversorgung‘.

1,73 Milliarden Euro werden so jährlich im Land ausgegeben. Und das soll auch weiterhin so sein – auch und trotz des Anstiegs des Internethandels, der dem stationären Handel je nach Bedarfsgruppe ordentlich zusetzt und die Wachstumseffekte um 7,5 bis 27,5 Prozent abschwächt. Zurückgehen wird auch, so CIMA, der Kaufkraftzufluss aus der Schweiz: „Ein derartig hohes Wachstum aus dem Schweizer Raum erscheint im Vergleich zur Periode 2009 bis 2013 nicht mehr erwartbar.“

Was bei all diesen Einschränkungen an entwickelbaren Verkaufsflächen erwartbar und zu verkraften ist, sind bis 2030 48.800 bis 61.700 Quadratmeter im ganzen Land, im Bezirk Dornbirn zwischen 20.000 und 23.000 Quadratmeter, wobei sich in Lustenau bei kurzfristigen Warengruppen „kaum mehr zukünftige Potenziale feststellen lassen“. Im Bezirk Feldkirch orten die Handelsforscher eine Entwicklungsfläche von 12.500 bis 15.500 Quadratmetern und in Bregenz zwischen 8000 und 10.500 Quadratmeter.

Hochgerechnet werden die Potenziale aufgrund der Bevölkerungsprognosen und der Entwicklung im Handel, eben Faktoren wie Onlinehandel, Kaufkraftzu- und abflüsse. Bis 2030 wird den Prognosen zufolge die Bevölkerung im Land um 9,3 Prozent oder 52.300 Personen steigen, stärker als österreichweit (8,1 Prozent) – am stärksten übrigens im Bezirk Dornbirn (13,6 Prozent) vor Feldkirch (11,3 Prozent) – eine Entwicklung, die schon zwischen 2005 und 2015 festzustellen war. Der Bezirk Dornbirn wuchs von 78.441 auf 84.973 Einwohner, Feldkirch von 96.338 auf 102.447.Nichtsdestotrotz entwickelten sich in den Vorarlberger Städten und Gemeinden die Verkaufsflächen nicht entsprechend dem Bevölkerungswachstum. In Bludenz-Bürs wuchs die Verkaufsfläche zwischen 2001 und 2015 um mehr als das Doppelte von 23.750 auf 51.250 Quadrat­meter, während sie in der Landeshauptstadt Bregenz um lediglich 8800 Quadratmeter zunahm, die Stadt Dornbirn vergrößerte die Handelsflächen von 103.400 auf 106.150 Quadratmeter, hatte aber zwischenzeitlich, nämlich bei der Untersuchung im Jahr 2009, schon mit 110.550 Quadratmetern mehr als bei der letzten Erhebung.

Mehr als 70 Prozent der Handelsflächen befinden sich im Rheintal. Das entspricht auch ungefähr der aktuellen Einwohnerzahl. Knapp 240.000 Vorarlberger wohnen in diesem Großraum.