„Ein Print-Katalog ist auch ein Statement“

Markt / 21.06.2017 • 18:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Verlagsanstalt investierte 4,5 Millionen Euro in den Neubau, der auch effizenztechnisch auf dem neuesten Stand ist. Foto: Rainer
Die Verlagsanstalt investierte 4,5 Millionen Euro in den Neubau, der auch effizenztechnisch auf dem neuesten Stand ist. Foto: Rainer

Vorarlberger Verlagsanstalt setzt auch in Zukunft auf Print: 4,5 Millionen Euro investiert.

Dornbirn. (VN-sca) Die Identitätskrise scheint überwunden. Nachdem sich die gesamte Druckbranche angesichts der Digitalisierung und der Prognosen der Zukunftsforscher die Sinnfrage stellte, sind die Drucker wieder optimistisch. In der Vorarlberger Verlagsanstalt (VVA) wird dieses Comeback augenscheinlich. Am Freitag werden die neuen Zubauten im Dornbirner Stadtteil Schwefel eingeweiht. Das Unternehmen hat dort 4,5 Millionen Euro in eine neue Produktionshalle und ein Hochregallager investiert. Es ist der fünfte Anbau, seit der Firmensitz 1972 vom Dornbirner Marktplatz an die Peripherie verlegt wurde.

Teure neue Vorschrift

Realisiert wurde die Erweiterung mit insgesamt 3000 Quadratmeter Produktions- und Lagerflächen vom Lauteracher Generalunternehmer i+R, was angesichts der Herausforderung, dass der Betrieb der Verlagsanstalt ohne Unterbruch weiterlief, nicht so einfach war, wie Geschäftsführer Karl-Heinz Milz berichtet, und durchaus Kosten aufliefen, mit denen niemand gerechnet hat. So musste aufgrund einer neuen Vorschrift der Aushub extra entsorgt werden. Nicht etwa, weil er kontaminiert gewesen wäre, sondern weil die Zusammensetzung von Torf mit Lehm den Gesetzgebern gefährlich erscheint. Mehrkosten: 100.000 Euro. Er habe seine Beschwerde direkt bei Landesstatthalter Karl-Heinz Rüdisser deponiert, ärgert sich Milz. Trotz des Aushub-Ärgers überwiegt bei Karl-Heinz Milz und Sohn Aurel Milz, der im Unternehmen für Marketing und Vertrieb verantwortlich ist, die Freude über die abgeschlossene Erweiterung, die es der Druckerei – einer der größten Bogenoffsetdruckereien Österreichs – erlaubt, die steigenden Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen. Mit dem Drucken ist es heute nicht getan. „Für viele Kunden verwalten wir die Drucksorten. Wir drucken, lagern, versenden – und das bei Katalogen oft in mehreren Sprachen“, schildert Druckerei-Chef Milz die Anforderungen. Was die VVA gerne macht, wenn es dem Kerngeschäft dient.

Das wird wieder zunehmend interessant. „Je mehr rundum digitalisiert wird, umso wertiger ist ein gedruckter Katalog. Der ist auch ein Statement für ein Unternehmen“, so Aurel Milz. Print biete viele Möglichkeiten, ein Produkt ins richtige Licht zu stellen. „Eine gut gemachte Präsentation, ein Buch oder ein Katalog sind physisch präsent bei den Menschen“, werben die beiden für ihr Produkt und verweisen auf Untersuchungen bei Konsumenten. Stichwort: sensorisches Marketing. „Das können Internetseiten nicht bieten“, ist Milz selbstbewusst.

In der neuen Produktionshalle wurde aktuell auch in die Infrastruktur investiert. Der moderne Maschinenpark stammt zum Teil aus dem Tiroler Betrieb der Verlagsanstalt in Höfen, in dem heute nur noch Vorstufe und Vertrieb beheimatet sind. Die Produktion wurde nach Dornbirn verlagert.

Im digitalen Overflow sorgt Print für Aufmerksamkeit.

Karl-Heinz Milz, GF der VVA

VVA Fakten

» Gegründet: 1920

» Hauptgesellschafter: Carmen und Karl-Heinz Milz

» Mitarbeiter: 105

» Umsatz 2016: 18 Mill. Euro

» Investition Neubau: 4,5 Mill. Euro

» Portfolio: gesamte Leistungskette Druck – Druckvorstufe, verschiedene Druckverfahren, Logistik