Zumtobel setzt beim Gewinn den Glanzpunkt

Markt / 23.06.2017 • 22:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zumtobel setzt beim Gewinn den Glanzpunkt

Lichtkonzern verdoppelt Jahresergebnis bei weniger Umsatz. Profitables Wachstum soll sich fortsetzen.

dornbirn. (VN-reh) „Sehr erfolgreich“, so umschreibt Ulrich Schumacher, Vorstandsvorsitzender der Zumtobel Group, das vergangene Geschäftsjahr 2016/17. Die Anstrengungen der letzten Jahre, das Unternehmen neu auszurichten, haben also gegriffen. Es wurde umfassend restrukturiert und die Kosten optimiert, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und in Konsequenz die Profitabilität zu steigern. Am Ende des Geschäftsjahres steht nun eine Verdoppelung des Gewinns. Er stieg von 11,9 auf 25,2 Millionen Euro – ein Plus von 111 Prozent. Mit dem neuen Werk, das in Serbien gebaut werden soll, soll die gute Entwicklung bezüglich Ertragskraft noch einmal verstärkt werden. Denn am neuen Standort soll zusätzlich geplantes Volumen zu optimalen Kosten produziert werden. Die ersten Leuchten werden dort im Geschäftsjahr 2018/19 vom Band laufen.

Ein Minus in der Bilanz weist der Umsatz auf. 1,3 Milliarden Euro bedeuten um knapp vier Prozent weniger als im Geschäftsjahr zuvor. Grund dafür waren vor allem negative Währungseffekte, die sich mit 39 Millionen Euro zu Buche schlugen und hauptsächlich auf die Aufwertung des Euro gegenüber dem britischen Pfund zurückzuführen waren. Zudem fehlten auch die Umsätze aus dem Geschäft mit Werbebeleuchtung. Die Firma „Signage“ wurde im November 2015 verkauft. Umsatzmäßig sehr unterschiedlich zeigt sich der Blick auf die weltweite Landkarte. Während sich die Benelux-Länder, Osteuropa, Österreich, USA, Großbritannien und Italien positiv entwickelten, gab es in Australien, Frankreich, der Schweiz und insbesondere dem Mittleren Osten Rückgänge zu verzeichnen.

LED-Bereich legt zu

Insgesamt sehr gut läuft das LED-Geschäft. Der Umsatz stieg um knapp zwölf Prozent auf 960 Millionen Euro. Mit einem LED-Anteil von 73,6 Prozent am Gesamtumsatz konnte dieser Bereich auch im vergangenen Jahr wieder kräftig zulegen.

Neben den Maßnahmen, die zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit gesetzt wurden, sieht Ulrich Schumacher auch die Markteinführung von Zumtobel Group Services als wichtigen Meilenstein. „Damit positio­nieren wir den Konzern als ganzheitlichen Anbieter von Lichtlösungen und software-o­rientierten Services“, ist er überzeugt, damit ein stabiles Fundament für profitables Wachstum gelegt zu haben. Dank des Engagements der Mitarbeiter seien die Wachstumsziele zu erreichen. Apropos Mitarbeiter:  Während die Zahl in Vorarlberg um 6,3 Prozent auf 2157 Beschäftigte zulegte, ging sie weltweit um 200 auf 6562 zurück. Durch die Restrukturierung wurde vor allem in der Produktion Personal abgebaut.

Investiert hat der Lichtkonzern im vergangenen Geschäftsjahr kräftig.  Insgesamt 82,4 Millionen Euro flossen bei der Zumtobel Group in die Forschung und Entwicklung. Zu den bestehenden 4700 Patenten kamen 161 neue hinzu. Aktuell wird bei Zumtobel in der Entwicklung vor allem auf vernetzte Beleuchtung im Internet der Dinge fokussiert.

Verbesserung erwartet

Durch diesen Fokus auf Investitionen in Zukunftstechnologien soll sich der erfolgreich eingeschlagene Weg fortsetzen. Für das neue Geschäftsjahr 2017/18 rechnet der Vorstand der Zumtobel Group mit einer leichten Verbesserung bei Umsatz und Ergebnis. Und das trotz eingeschränkter Sicht auf mögliche Herausforderungen. Denn negative Währungseffekte, Preisdruck und die hohe Investitionstätigkeit könnten auch im kommenden Geschäftsjahr ihre Spuren hinterlassen.

Die Aktie des Lichtkonzerns kam gestern nach Bekanntgabe der Zahlen allerdings unter Druck. Sie büßte 8,86 Prozent auf 18,05 Euro ein. Manche Analysten hatten sich höhere Umsätze erwartet.

Wir sehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Ulrich Schumacher