Mehr Rechte für Wirtschaftsprüfer

Markt / 30.06.2017 • 18:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer stellen sich neu auf und erhalten durch das Wirtschaftstreuhandberufsgesetz (WTBG) mehr Befugnisse.
Die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer stellen sich neu auf und erhalten durch das Wirtschaftstreuhandberufsgesetz (WTBG) mehr Befugnisse.

Steuerberater und Wirtschaftsprüfer erhalten eine Reihe neuer Befugnisse. Kritik von Rechtsanwälten.

Wien. (VN) Mit dem Wirtschaftstreuhandberufsgesetz (WTBG) 2017, das gerade im Plenum des Nationalrats beschlossen wurde, erhalten Steuerberater und Wirtschaftsprüfer eine Reihe neuer Befugnisse. So dürfen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer nun auch standardisierte Dienstverträge erstellen, womit jetzt eine durchgehende Beratung für Unternehmen in der Personalverrechnung gegeben ist. Außerdem dürfen Steuerberater ihre Klienten ab sofort auch gegenüber der Finanzpolizei, in Verwaltungsstrafverfahren und vor dem Verwaltungsgerichtshof in Sozialversicherungsangelegenheiten vertreten. 

Neuer Berufszugang

Das neue Berufsgesetz sieht weiters eine Änderung beim Berufszugang vor. Wirtschaftsprüfer und Steuerberater sind zwei Berufe geworden. Bei allen Gemeinsamkeiten, die es weiterhin geben wird, wird es künftig einen getrennten Zugang zu den beiden Berufsgruppen geben. Konkret besteht jetzt die Möglichkeit, eine Wirtschaftsprüfungsbefugnis zu erwerben, ohne zuvor oder gleichzeitig die Steuerberater-Fachprüfung ablegen zu müssen. Zudem darf sich die Kammer der Wirtschaftstreuhänder in Zukunft als „Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer“ bezeichnen.

Kritik von Anwälten

Der Österreichische Rechtsanwaltskammertag hatte bereits im Vorfeld Kritik an der geplanten Ausweitung der Berufsbefugnisse geübt und drohte mit der Einstellung der kostenlosen ersten Anwaltschaftlichen Auskunft. Jede Berufsgruppe solle das tun, wofür sie ausgebildet sei und wofür die notwendigen Rahmenbedingungen vorhanden seien, so der Tenor.