„Vorhaben Ikea ist damit endlich auf Schiene“

Markt / 16.10.2017 • 22:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Möbelriese Ikea soll ab 2021 in Lustenau zum Shopping laden können. Reuters
Möbelriese Ikea soll ab 2021 in Lustenau zum Shopping laden können. Reuters

Planungsbeirat winkt Pläne mit knapper Mehrheit durch.

Bregenz, Lustenau Was lange währt, wird endlich gut: Der Raumplanungsbeirat hat in der jüngsten Sitzung praktisch die Schienen für die Ansiedlungspläne des Möbelriesen Ikea in der Marktgemeinde Lustenau gelegt (die VN berichteten). Die Abstimmung über die Erlassung eines Landesraumplanes durch das Land fiel denkbar knapp aus: Elf Beiräte votierten dafür, zehn stimmten dagegen. Erwartungsgemäß gingen dem Votum über rund drei Stunden hinweg teils emotional geführte Debatten über das Pro und Kontra einer Ansiedlung des Möbelriesen voraus. Die Gegner des Projekts, für das die Marktgemeinde Lustenau den Boden bereiten will, führten vor allem Verkehrsfragen ins Treffen.

Jetzt ist das Land am Ball

Damit hat der Beirat einem im Juli 2015 eingereichten Antrag, den die Marktgemeinde Lustenau einstimmig beschlossen hatte, grünes Licht erteilt. Dabei geht es vor allem um 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche, die Ikea für Güter des täglichen Bedarfs im insgesamt 10.000 Quadratmeter großen Markt bewilligt haben will. Die Marktgemeinde löst im Gegenzug wie berichtet eine Fläche von rund 10.000 Quadratmetern, für die sie bereits einen Landesraumplan in der Tasche hatte, auf. Nun ist die Landesregierung am Zug. Sie muss mit einem Beschluss den Landesraumplan erlassen. Dies bestätigt Statthalter Karlheinz Rüdisser (62, VP) in seiner Funktion als Wirtschaftslandesrat auf Anfrage der VN. „Die Diskussion im Beirat verlief sachlich, Argumente wurden teilweise emotional ausgetauscht. Das knappe Votum habe ich erwartet“, sagt Rüdisser. Vor allem Verkehrsfragen würden einer Prüfung unterzogen. Er gehe davon aus, dass die Landesregierung der Empfehlung der Beiräte in einer der nächsten Sitzungen zustimmen werde.

Kritik von Grünen und Blauen

Erleichtert über die Zustimmung zeigt sich Gemeindechef Kurt Fischer (54, VP). Damit komme nach einer Verfahrenszeit von zwei Jahren das Vorhaben Ikea endlich auf Schiene. „Sobald der Raumplan erlassen ist, beginnt die Knochenarbeit. Dann wird in Kooperation zwischen Gemeinde und Ikea ein städtebaulich herausragendes Projekt entwickelt.“ Fischer schätzt, dass ein konkretes Projekt 2018 auf dem Tisch liegt und in der Folge Land und Gemeinde eine dafür nötige EKZ-Widmung in Angriff nehmen können. Mit einem Baustart rechnet er „frühestens 2020“ und ein Jahr später mit der Eröffnung. Heftige Kritik üben die Grünen und die Freiheitlichen. Für Nina Tomaselli (32, Grüne), selbst Mitglied im Beirat, stellt die „hauchdünne Mehrheit kein Mandat für eine Konzern-Ansiedlung“ dar; und für Gemeinderat Martin Fitz (FP) bedeutet eine Ansiedlung von Ikea „den Verkehrskollaps für Lustenau“.