Doppelmayr gondelt ins Allgäu

Markt / 22.02.2018 • 22:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Stadt Leutkirch sucht einen Produktionsbetrieb, Doppelmayr einen Standort mit guter Infrastruktur.Mauch
Die Stadt Leutkirch sucht einen Produktionsbetrieb, Doppelmayr einen Standort mit guter Infrastruktur.Mauch

Wolfurter Seilbahnunternehmen plant Produktionsbetrieb in Leutkirch.

Wolfurt, Leutkirch Der Wolfurter Seilbahnbauer Doppelmayr war am Montagabend im Verwaltungsgebäude am Gänsbühl in Leutkirch auf der Tagesordnung des Gemeinderats der Allgäuer Gemeinde: Bebauungsplan „Gewerbegebiet Holzhof Unterzeil, Aufstellungsbeschluss und Beschluss über die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit“. lautete der Tagesordnungspunkt und es ging konkret darum, was  mittelfristig auf dem bisherigen Gelände des Holzhofs Unterzeil passieren soll. Der Gemeinderat war einstimmig dafür, einen Aufstellungsbeschluss für eine Änderung des bislang geltenden Bebauungsplans zu fassen.

Notwendig wurde die Befassung mit dem Holzhof, der noch zum
Besitz des Fürstenhauses Waldburg-Zeil gehört, der das Betriebsgelände – wie der Name sagt – bis 2015 zur Bearbeitung und Lagerung von Holz nutzte. Seit der Stilllegung des Holzhofs ist die Stadt Leutkirch auf der Suche einer Nachnutzung. Ein Gewerbegebiet wurde angedacht, auch Überlegungen ein Logistikunternehmen anzusiedeln gab es. Das allerdings wurde wegen des Verkehrsaufkommens verworfen.

In der Wolfurter Zentrale bestätigt man die Pläne, eine Produktion in der deutschen Nachbarschaft hochzuziehen. Allerdings eher lang- denn mittelfristig, so Doppelmayr-Sprecher Ekkehard Assmann. Zuvor wolle man die noch vorhandenen Flächen rund um die neue Zentrale am Wolfurter Güterbahnhof verbauen. „Wir wollen keine Arbeitsplätze verlagern“, Doppelmayr wolle in der deutschen Nachbarschaft neue schaffen. Das rund 30.000 Quadratmeter große Gelände ist ideal für einen Produktionsbetrieb, es ist gut erschlossen, außerdem liegt es an der Bahnstrecke, in unmittelbarer Nähe ist sogar ein Flugplatz. „Wir sind froh, dass sich jetzt eine Firma aus dem Produktionsbereich anbietet, deren Verkehrsbelastung dem Aufkommen des früheren Holzhofs entspricht“, so Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle nach der Sitzung.

Kein Zeitdruck

Voraussetzung für eine Ansiedlung des Seilbahnbauers ist, dass zunächst die wichtigsten Fragen zu Klima- und Artenschutz und auch die Auswirkung des Produktionsbetriebs auf das Landschaftsbild geklärt werden. Zeitdruck besteht weder für Doppelmayr noch für die Stadt. Das Areal ist bis 2030 als bestehende gewerbliche Baufläche gewidmet. Details zu Investitionen und Arbeitsplätzen gibt es bislang nicht, so Assmann, man wolle nur gerüstet sein, wenn Produktionskapazitäten gebraucht werden. Die Ansiedlung sei ein Standortbekenntnis, so Assmann, Doppelmayr beschäftige bereits jetzt zahlreiche Mitarbeiter aus dem Allgäu.