Start-up und Retro-Apfelsaft

Markt / 22.03.2018 • 20:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Happy Day“ ist für Rauch, wenn die beliebteste Produktgruppe in Europa weiterwächst, sowohl bei den Sorten als auch beim Output.Firma
„Happy Day“ ist für Rauch, wenn die beliebteste Produktgruppe in Europa weiterwächst, sowohl bei den Sorten als auch beim Output.Firma

Fruchtsafthersteller Rauch mit Umsatzplus trotz schwierigem Rohstoffmarkt.

Rankweil Apfel, Kirsche und Beeren sorgten in der Fruchtsaftbranche im vergangenen Jahr nicht nur für Genuss, sie machten auch Sorgenfalten. Denn die Wetterkapriolen und damit verbunden massiven Ernteausfälle haben die Lage auf den europäischen Rohstoffmärken massiv zugespitzt, so Daniel Wüstner, der Sprecher des Rankweiler Getränkeherstellers Rauch. Doch außer Tritt gerät das Unternehmen deswegen nicht, wie ein Blick auf Produktneuheiten und die Bilanz 2017 zeigen.

Erfolgreichstes Jahr

Das vergangene Jahr war für Rauch das erfolgreichste in der Firmengeschichte: 902 Millionen Euro betrug der Umsatz 2017, 21 Millionen oder 2,4 Prozent mehr als 2016. In Österreich konnte sich Rauch weiterhin als klare Nummer eins bei Saft und Teegetränken positionieren. Gewachsen ist der Getränkehersteller in Osteuropa und Deutschland, wo Rauch mit Happy Day als „Top-Marke 2017“ ausgezeichnet wurde. Besonders freut sich Wüstner darüber, dass in einem der anspruchsvollsten Fruchtsaftmärkte überhaupt, in Italien, gleich drei Produkte in den Top Fünf plaziert sind. Doch für den größten österreichischen Lebensmittelhersteller in privatem Besitz sind die guten Zahlen kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Um auch weiterhin zu reüssieren, wurden 2017 und werden 2018 in allen Produktgruppen sowie im Marketing Maßnahmen ergriffen: Sehr gut angekommen sei etwa die neue Retro-Produktlinie „Franz Josef Rauch“, die den Namen des Gründers trägt und drei verschiedene Säfte, die mit Äpfeln und Obst aus der Bodenseeregion hergestellt werden, umfasst. Vorerst nur in der Gastronomie, könnten sie schlussendlich auch im Handel angeboten werden. Wie die Tradition mit dieser Linie ein Jahr vor dem 100-jährigen Firmenjubiläum in den Mittelpunkt gerückt wird, ergreifen die Rankweiler auch die Chance, in Kooperation mit den Bregenzerwäldern Lukas Bereuter und Mathias Kappaurer mit dem Start-up-Projekt „Kaluko natürlich“ neue Kunden anzusprechen.

Die Saftbar-Kette wird ausgebaut. Im Dezember wurde in Graz eröffnet, dieser Tage wird in Innsbruck eine Rauch Juice Bar ihre Pforten öffnen. Auch im Wiener Prater werden Säfte frisch gepresst und auch auf hoher See, nämlich an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Mein Schiff 1“. Nur für Vorarlberg gibt es bislang keine konkreten Pläne für die Bars, die auch als Ideengeber für neue Produkte fungieren, die u. a. von Anna Veith und Kathi Liensberger promotet werden.

Fernsehtipp: „Die Vorkoster“ 

40.000 neue Produkte kommen jedes Jahr weltweit auf den Markt, aber nur ein Drittel kann sich dauerhaft halten. Doch wer kreiert neue Produkte und wie geht das? Die Vorarlberger Journalistin Marion Flatz-Mäser geht dieser Frage nach. ECO (Do 29. März, 22.30 Uhr ORF 2, Doku: 1. April, 17.05 Uhr, ORF2) zeigt anhand von fünf Marktführern in Österreich, wie Produktinnovation funktioniert. VN-sca

Rauch Fruchtsäfte Zahlen

Gegründet 1919 von Franz Josef Rauch

Geschäftsführung Jürgen Rauch, Markus Ohneberg

Mitarbeiter 1830, 31 Lehrlinge

Umsatz 2017 902 Millionen Euro (+2,4 Prozent)

Niederlassungen 12