Mehr Flaschen, weniger Material

Markt / 25.03.2018 • 21:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Alpla-CEO Günther Lehner: „In Europa wird weiteres Wachstum schwierig, Potenzial sehen wir in Asien, Afrika und den USA.“  VN/HB
Alpla-CEO Günther Lehner: „In Europa wird weiteres Wachstum schwierig, Potenzial sehen wir in Asien, Afrika und den USA.“  VN/HB

Verpackungshersteller Alpla investiert 291 Millionen Euro und baut Recycling weiter aus.

Hard Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich das weltweit tätige Vorarlberger Verpackungsunternehmen Alpla nicht nur intensiv mit der Entwicklung von Kunststoffgebinden, sondern genauso intensiv mit dem Recycling von Kunststoffen. Derzeit betreibt Alpla an drei Standorten Recyclingwerke: Neben der 100-Prozent-Tochter PET Recycling Team GmbH in Wöllersdorf gibt es ein Werk in Radomsko (Polen) und ein Joint Venture in Mexiko. Pro Jahr werden in den drei Werken insgesamt 65.000 Tonnen lebensmitteltaugliches „rPET“ aus sogenanntem Post-Consumer-Material produziert.

Recycling im Fokus

Wiederverwertung ist ein Bereich, der weiter wachsen wird, wie Alpla-CEO Günther Lehner im Gespräch mit den VN bekräftigt: „Unsere Kunden setzen auf Nachhaltigkeit, und wir unterstützen sie dabei mit unserem Know-how. Wir sind der Überzeugung, dass Recycling nicht nur aufgrund gesetzlicher Bestimmungen richtig und wichtig ist. Es ist ein Wirtschaftszweig mit hoher Bedeutung für die Umwelt und die Zukunft unserer Branche.“ Er hoffe auf entsprechende Unterstützung durch die Gesetzgeber. Bei den Kunden werde Verpackung aus recyceltem Kunststoff mit steigenden Ölpreisen und entsprechend der Kundenwünsche ebenfalls attraktiver. „Wir haben uns in den letzten fünf Jahren intensiv mit Recycling auseinandergesetzt, und wir haben die Technik“, verweist Lehner auf die Entwicklungsarbeit des Unternehmens. Das wiederverwertete Granulat wird dafür sorgen, dass trotz höherem Output weniger frisches Material zum Einsatz kommt. Alpla wuchs auch im vergangenen Jahr kräftig: 14 neue Betriebe – entweder selbst errichtet oder durch Zukauf – stärken die Präsenz am Markt, mit 2000 neuen Mitarbeitern zählt das Unternehmen nun 19.300 Mitarbeiter weltweit. Im laufenden Jahr dürfte die 20.000-Mitarbeiter-Marke überschritten werden, denn heuer werden in den USA, in Dubai und Mexiko insgesamt sechs weitere Standorte eröffnet. Dazu kommen Inhouse-Betriebe in Argentinien und Rumänien. Und 2018 dürfte auch der Schritt auf den letzten weißen Fleck der Alpla-Weltkarte erfolgen: nach Australien. Für Details sei es derzeit noch zu früh.

Neue Märkte im Visier

Heuer investiert der Global Player über 290 Millionen Euro in die Expansion, einen Teil davon in die Erweiterung der Zentrale. Das Verwaltungsgebäude wird aufgestockt, außerdem werden auf dem Gelände ein Gebäude ersetzt und Lagerflächen geschaffen. Und Alpla nimmt einen neuen Markt in den Fokus: „Wir werden verstärkt im Pharmabereich aktiv“, so der Firmenchef, also Fläschchen und Behältnisse für medizinische Produkte herstellen, was derzeit schon im ägyptischen Werk erfolgt. Man habe für diese Produktgruppe die besten Voraussetzungen, zudem seien zahlreiche potenzielle Abnehmer jetzt schon Kunden von Alpla.

Duale Lehre weltweit

Wachstum sieht der Firmenchef weiterhin im asiatischen Raum, in Afrika, aber auch in den USA. Vor US-Strafzöllen fürchte man sich nicht, weil vor Ort eingekauft und produziert werde. In Europa sei es schwer, noch weiter zu wachsen, umschreibt Lehner die Position von Alpla am Markt. Und um die hohe Qualität der Produkte auch in Zukunft zu gewährleisten, baut Alpla das österreichische Lehrausbildungsmodell, das bereits in Mexiko und China funktioniert, weiter aus. Denn an Fachkräften mangelt es nicht nur in Österreich, sondern weltweit.

Alpla in Zahlen

3,4 Milliarden Euro setzte Alpa 2017 weltweit um, ein Plus von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

 

240 Lehrlinge werden derzeit weltweit ausgebildet, 86 davon in Vorarlberg. Insgesamt arbeiten 19.300 Menschen bei Alpla. Am Standort Vorarlberg sind es 1031.

 

176 Werke betreibt Alpla in weltweit 45 Ländern und produziert Verpackungen für Lebensmittel, Getränke, Pharmazie, Haushalt etc.