So schließt sich der Kreis

27.05.2013 • 20:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Judith Fegerl Foto: A. Grabher
Judith Fegerl Foto: A. Grabher

Galerie .Z zeigt „Spannungsbilder“ der österreichischen Künstlerin Judith Fegerl.

Hard. (VN–ag) Wo sich Mensch und Maschine berühren, da fängt die Kunst der ­Judith Fegerl an. In der ­Galerie .Z macht sie Energie und Poesie gleichermaßen zum Thema ihrer Arbeiten.

2011 zeigte Judith Fegerl im Kunstforum Montafon ihre Installation „Reflux“. Darin wurde „müdes“ Wasser, das im Litzkraftwerk oberhalb des KFM bereits Strom erzeugt hatte, aus dem Fluss entnommen, im Ausstellungsraum mittels Heizplatten auf Körpertemperatur erwärmt und wieder zurück in den Fluss geleitet. Dieses vielschichtige, subtile System mit dem unorthodoxen Energieaustausch ist charakteristisch für das Werk von Fegerl, das sich mit den Verknüpfungen von Kunst und Wissenschaft befasst.

Fakten und Fiktion verwebend, hinterfragen Fegerls „Kunstmaschinen“, die häufig physikalische und chemische Vorgänge in einen eigendynamisch-ästhetischen Prozess überführen, in den die Künstlerin nicht weiter eingreift, die Fragilität von Gleichgewichten und unsere Wahrnehmung von Welt. In Hard sind eben jene zwölf Messing-Heizplatten aus „Reflux“ zu sehen, deren Oberflächen vom Dampf, der Wärme und dem Stand des Wassers verändert, wörtlich „gezeichnet“ wurden. Wieder zurück im Ländle, schließt sich für die Künstlerin ein Kreislauf. Als geschlossene Reihe, aus dem Kontext befreit, mutieren die einst technischen Elemente zu Zeichnungen im Raum, deren Oberflächen auch Landschaftsanmutungen und eine durchaus emotionale Rezeption beim Betrachter erzeugen können.

Linsen und Laser

„Read only memory“ titelt eine zweite große Reihe in der Ausstellung. Dafür hat Judith Fegerl ihre getragenen Kontaktlinsen gesammelt, in der Dunkelkammer in einen kleinen, selbst gebauten Projektor eingespannt und einen grünen Laserstrahl durchgeschickt.

Ohne Negativ, nicht reproduzierbar, entstehen durch die Projektion direkt auf dem Papier Fotogramme. Paarweise angeordnet, den Betrachter wie ein linkes und ein rechtes Auge anblickend, manifestiert sich in diesen kleinformatigen s/w-Arbeiten auf raffiniert einfache Art und Weise so etwas wie die Umkehrung des Sehprozesses. Für die unterschiedlichen Erscheinungsbilder auf dem Papier sorgt der Zustand der Linsen – unterschiedlich abgenutzt, verkratzt, deformiert oder mit den Fingerabdrücken der Künstlerin spielt sich so das Leben mit seinen kleinen Eventualitäten und Zufälligkeiten in ein an sich autistisches System hinein und sorgt für Variation.

Zur Person

Judith Fegerl

Geboren: 1977 in Wien

Ausbildung: Akademie der bildenden Künste und Universität für angewandte Kunst in Wien

Laufbahn: Ausstellungen im In- und Ausland

Preise: u. a. Staatsstipendium für bildende Kunst

Wohnort: Wien

Die Ausstellung ist ind er Galerie .Z in Hard (Landstraße 11) bis 8. Juni geöffnet, Di und Do, 18 bis 20 Uhr, Sa, 10 bis 12 Uhr