Ringelreihen in der Bregenzer Gastronomie

Markt / 20.02.2019 • 18:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das Bregenzer Wirtshaus Maurachbund soll neue Wirtsleute bekommen. Noch-Pächter Heino Huber konzentriert sich auf die Schiffe Hohentwiel und Österreich.      Rauch
Das Bregenzer Wirtshaus Maurachbund soll neue Wirtsleute bekommen. Noch-Pächter Heino Huber konzentriert sich auf die Schiffe Hohentwiel und Österreich. Rauch

Neue Wirtsleute, neue Lokale und neue Konzepte in der Bregenzer Innenstadt.

Bregenz In der vergangenen Woche ging in Bregenz ein Geschäft über die Bühne, das in der Landeshauptstadt für Aufsehen sorgte. Michael Salzgeber, seit 15 Jahren Wirt im Restaurant Kornmesser, hat die Wirtschaft weitergereicht an einen neuen Wirt. Thomas Zwerger, viele Jahre an vorderster Front im Wirtshaus am See und seit einigen Jahren mit dem Stuonobach in Dornbirn erfolgreich, wird die Gäste ab 1. Juni im Kornmesser begrüßen. Salzgeber will aus gesundheitlichen Gründer kürzer treten, bleibt der Branche aber erhalten.

Spitzenkoch auf dem See

Der Vollblut-Gastronom wird sein Wissen als Berater weitergeben, z. B. auch an seinen Nachfolger Zwerger, wie zu hören ist. Daneben sucht er ein kleineres Wirtshaus in der Landeshauptstadt und hat bereits eines im Visier: Ende April läuft der Pachtvertrag von Heino Huber für das Gasthaus Maurachbund aus. Und er wird ihn nicht verlängern. Huber, nach wie vor einer der besten Köche des Landes und erfolgreicher Kochbuchautor, wird sich auf seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Hohentwiel Gastronomiegesellschaft m.b.H. konzentrieren. Zumal bald auch das Motorschiff Österreich, das momentan aufwendig renoviert, wird, von Huber und seinem Team betreut wird. Für die Vorbereitungsarbeiten für die beiden Schiffskombüsen entsteht eine Landküche im Harder Hafen.

Der Maurachbund, der wie das Kornmesser zu den traditionsreichsten Gasthäusern der Landeshauptstadt zählt, soll, so ist aus dem Umfeld der Eigentümerfamilie Rhomberg zu erfahren, soll auf neuesten Stand gebracht und dann weiterverpachtet werden. Salzgeber würde allerdings lieber kaufen. Außerdem gibt es weitere Interessenten. Für die Eigentümer-Familie Rhomberg ist auf jeden Fall Bedingung, dass es weiterhin ein Gastbetrieb bleibt.

Bierlokal in der Kirchstraße

In intensiver Planung ist derzeit im ehemaligen Modegeschäft Tschirnich in der Kirchstraße eine Bierbar, der Name stehe noch nicht fest. Projektbetreiber ist die Familie Kinz, die damit ihr Gastroreich zwischen Kirch- und Römerstraße erweitert. „Wir wollen auf jeden Fall bis zu den Festspielen eröffnen“, sagt dazu Andrea Kinz, die das Gastroreich der Familie führt. Im Lokal gibt es verschiedene Biere und bereits ab 9 Uhr früh Schmankerl aus der österreich-bayerischen Küche. Außerdem werde über das neue Lokal der Zugang zum benachbarten Hirschen ausgebaut.

Der mit einer Haube und 13 von 20 Punkten im Gault Millau ausgezeichnete Christoph Füxl hat zwar das Haus in der Anton Schneider-Straße verkauft, in dem das Lokal beheimatet ist, widerspricht aber Gerüchten, dass deshalb das Lokal schließen werden. „Wir machen weiter wie gewohnt“, sagt er auf VN-Anfrage. Dass der Verkauf etwas mit den Bauplänen des Käufers in unmitelbarer Nähe des Füxl zu tun haben könnte, sieht der Spitzenkoch nicht.

Szenetreff mit Profigastgebern

Modernisiert und in Teilen neu gestaltet wird auch der Bregenzer Szentreff Neptun, der im Herbst vorerst die Tore schloss. Als Wirte begrüßen ab Ende April, Anfang Mai Marcel Lerch und Sandro Wölfl. Lerch hat als Gesellschafter von L & H Gastronomie und Betreiber mehrerer Lokale, u. a. des Mr. French in Dornbirn, Erfahrung im Gewerbe. Hauseigentümer Anton Fink jedenfalls ist überzeugt, die richtigen Partner für den Neustart gefunden zu haben. Und im KUB Cafe hoffen die halbamtlichen Verpächter der Vorarlberger Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft endlich wieder auf Kontinuität nachdem die Pächter zuletzt im Jahresrhytmus das Handtuch warfen. Nostalgisch werden sie bei einem Blick zurück: Der erste und bislang erfolgreichste Pächter im KUB-Cafe war Michael Salzgeber.