Der Geist von Alpbach

04.03.2019 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Umfeld des Europäischen Forums Alpbach.
Das Umfeld des Europäischen Forums Alpbach.

Club Alpbach Vorarlberg mit seinen 100 Mitgliedern hat sich die Förderung des Europagedankens zur Aufgabe gemacht.

Jedes Jahr im August verwandelt sich das Tiroler Bergdorf Alpbach zum Schauplatz des Europäischen Forums Alpbach. Drei Wochen lang und mit 5000 Teilnehmern aus über 90 Ländern widmet sich die Veranstaltung den wichtigen gesellschaftspolitischen Fragestellungen unserer Zeit.

Der vielgerühmte Geist von Alpbach weht auch heute, 74 Jahre nach der Gründung des Forums, noch. Das liegt vor allem an der Hochkarätigkeit der Redner, die lieber in Kamingesprächen diskutieren als Frontalvorträge zu halten. Allein im vergangenen Jahr waren darunter Nobelpreisträger wie Joseph E. Stiglitz und Aaron Ciechanover oder der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon.

In Vorarlberg gibt es seit zehn Jahren einen eigenen Club Alpbach, der sich ganz der Förderung des Europagedankens verschrieben hat. Eine Plattform für die 100 Mitglieder, um Meinungen, Positionen und gesellschaftliche Entwicklungen unabhängig jeder politischen Ausrichtung zu hinterfragen und zu diskutieren.

Dass was die Mitglieder eint, verdeutlichen sie selbst in ihren Lebenswegen. Im Durchschnitt 28 Jahre alt, haben 77 Prozent von ihnen Studienerfahrung im Ausland. Sie haben bereits in 156 verschiedenen Städten in 53 Ländern gewohnt und sprechen zusammen 22 Fremdsprachen.

Engagiertes Team

Kilian Dorner ist Präsident des Club Alpbach Vorarlberg und damit Teil eines sechsköpfigen Vorstandsteams, das sich ehrenamtlich für den Verein engagiert, und dem auch ein erfahrener Beirat mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Recht, Medien und Kunst zur Seite steht.

Dass Engagement des Clubs zeigt sich dabei in vielfältiger Form. Verschiedene interne wie öffentliche Veranstaltungen stehen das ganze Jahr auf dem Programm. Im letzten Jahr wurde unter anderem mit Franz Fischler oder Professor Gerhard Mangott diskutiert. Zudem ist es dem Club ein Anliegen, angehende Maturanten über Studienmöglichkeiten zu informieren. Und zuletzt auch darin, jungen Menschen die Möglichkeit zu bieten, selbst am Europäischen Forum Alpbach, das heuer unter dem Motto „Freiheit und Sicherheit“ steht, teilzunehmen. Dazu vergibt der Club jährlich Stipendien, das die Teilnahmegebühr sowie 17 Übernachtungen samt Frühstück beinhaltet. Bewerbungen sind ab sofort möglich.

Kilian Dorner und Vizepräsident Max-Benjamin Ellensohn waren selbst als Stipendiaten beim Forum Alpbach. Eine Erfahrung, die sie uneingeschränkt empfehlen können. Dabei ist es vor allem das inspirierende Umfeld, das sie begeistert hat. „Wo sonst kann man Nobelpreisträger hautnah erleben und Menschen zu Kamingesprächen treffen, die man normalerweise nicht treffen würde.“

Unterstützung bekommt der Club Alpbach Vorarlberg durch heimische Unternehmen, das Land Vorarlberg und die Wirtschaftskammer. „Partner, die die Version mittragen und nicht einfach nur einen Geldbetrag geben wollen“, erklären Dorner und Ellensohn.

Bevor es nach Alpbach geht, steht davor noch eine Veranstaltung auf dem Programm. Am 31. März lädt der Club Alpbach Vorarlberg alle Interessierten ins Vorarlberg Museum. Dort diskutieren Claudia Gamon (NEOS), Christian Zoll (ÖVP) und Nathaniel Heinritz (SPÖ) zusammen mit Poll of Polls-Mitbegründer Cornelius Hirsch über ihre Visionen zur Zukunft Europas.