Das Spiel beginnt von vorne

05.03.2019 • 18:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Man werde die neu einzureichenden Messepark-Pläne gewissenhaft prüfen, sagt Bgm. Andrea Kaufmann. VN
Man werde die neu einzureichenden Messepark-Pläne gewissenhaft prüfen, sagt Bgm. Andrea Kaufmann. VN

Geänderte Bedingungen: Neubewertung des Ansuchens zur Messepark-Erweiterung?

Dornbirn „Ich freue mich, dass sich für den Messepark eine neue Chance eröffnet. Dornbirn als die Einkaufsstadt hat sich zur attraktiven Innenstadt auch das beste Einkaufszentrum verdient“, jubelt der Dornbirner Neos-Stadtvertreter NR Gerald Loacker, nachdem Bürgermeisterin Andrea Kaufmann in der Stadtvertretung zusagte, den Antrag auf Erweiterung des Messeparks nochmals zu diskutieren. Die Stadtchefin konnte gar nicht anders und dämpft die Euphorie deshalb etwas.

Pläne einreichen

Zuerst einmal komme es darauf an, dass der Bauwerber seine Pläne einreiche, stellt sie klar. Das sei bisher noch nicht geschehen, auch wenn die Messepark-Betreibergesellschaft angekündigt habe, ihr Bauprojekt nochmals einzureichen. Aber dann sei es selbstverständlich, dass die Frage der Erweiterung und der neuen Prämissen in den zuständigen Gremien der Stadt diskutiert werden. Ob der Messepark, der seine Pläne, die am 28. Oktober 2014 der Öffentlichkeit vorgestellt und am 16. März 2015 eingereicht wurden, wieder um eine Änderung des Raumplanes ansucht, die nötig wäre, um das Einkaufszentrum zu erweitern, ist indes nicht klar.

Messepark-Geschäftsführer Guntram Drexel will dazu im Moment nicht Stellung nehmen. Auf den Fluren der Shopping Mall wird allerdings geflüstert, dass man sehr wohl einen neuen Anlauf nehmen wolle. Verständlich ist die Zurückhaltung des Managements nach dem verbissen geführten Konflikt, an dem sich alle gesellschaftlichen Gruppen beteiligt haben, und der schlussendlich in einer Sackgasse endete. Die kleine Pflanze Hoffnung, so ist aus informierten Quellen zu hören, wolle man nicht schon im zarten Wachstum zerstören.

Geänderte Situation

Für die neuerliche Diskussion um eine Erweitertung gibt es Gründe. Die Situation des Einzelhandels im Allgemeinen hat sich deutlich geändert. Der stationäre Handel ist gegenüber den Onlineportalen deutlich ins Hintertreffen geraten. Nur wer ganz Besondere anbietet, kann sich auch weiterhin über Zuwächse freuen. Auch Einkaufszentren werden von der Kundschaft abgestraft, wenn sie nicht ständig neue Shops bzw. Attraktionen bieten. Überleben werden nur die besten, sind sich die Handelsforscher einig. In Vorarlberg und der Region ist das bislang der Messepark. Schon vor fünf Jahren argumentierten Drexel und Mitstreiter den geplanten Umbau mit der notwendigen Sanierung des laut EKZ-Managements in die Jahre gekommenen Einkaufstempels und eben der Attraktivierung des Hauses für kommende, härtere Zeiten.

Gefahr in Verzug

Nicht zuletzt ist Gefahr in Verzug, weil in der Region andere Einkaufszentren wie der Lindaupark großzügig ausgebaut werden und ihre Strategie nicht nur auf die heimischen Kunden, sondern gezielt auf jene aus Vorarlberg und der Schweiz ausgerichtet ist. Diese Strategie basiert auf einer Untersuchung, die ausgerechnet das Schwesterunternehmen jenes Handelsberaters erstellt hat, der in Vorarlberg Zurückhaltung beim Ausbau von Handelsflächen empfiehlt.

All das soll diskutiert werden, wenn tatsächlich ein neuer Antrag im Rathaus eintrifft. Danach beginnt das Spiel wieder von vorne. Die Stadt muss nach einem Beschluss zur Änderung der Raumplanung damit beim Land vorstellig werden, so Landesstatthalter Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser. Dieser Antrag und die neuen Argumente werden dann geprüft. Danach wird entweder – wie aktuell, die gesamte Fläche, eine Teilfläche oder gar nichts umgewidmet. Wie die Chancen stehen, will er nicht beurteilen. Er wird es wohl als Landesrat auch nicht mehr müssen, denn bis die Unterlagen im Raumplanungsbeirat diskutiert werden, wird Rüdisser nicht mehr auf der Regierungsbank sitzen. Seine politische Laufbahn endet im Herbst. VN-sca