Hypo-Liechtenstein-Nachfolgebank Bendura Bank feiert Geburtstag mit Großinvestition

Markt / 05.03.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bendura-Bank-Repräsentanz im ICC-Tower (im Vordergrund) in Hongkong. Banker Andreas Insam plant Verdoppelung der verwalteten Vermögen.BB.
Bendura-Bank-Repräsentanz im ICC-Tower (im Vordergrund) in Hongkong. Banker Andreas Insam plant Verdoppelung der verwalteten Vermögen.BB.

Vor zwanzig Jahren wurde die Hypo Liechtenstein gegründet. Gründer Jodok Simma sitzt heute im Verwaltungsrat der Nachfolgebank.

Bendern, Bregenz Am 1. Oktober 1998 nahm die Hypo Investmentbank AG (HIB) in Vaduz ihre Geschäftstätigkeit auf. Die Bregenzer Banker hegten mit der hundertprozentigen Tochter der Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank AG große Pläne, die, studiert man die Bilanz der Nachfolgebank, keineswegs unrealistisch waren. Dass die Bank zwei Jahrzehnte überstanden hat, ist allerdings alles andere als selbstverständlich.

Politischer Spielball

Und das hat nichts mit den Fähigkeiten der Banker zu tun, sondern mit den politischen Rahmenbedingungen in Vorarlberg, die zuerst zum Verkauf der Bank im Jahr 2008 führten und zuletzt im Zuge der Panama Leaks noch einmal Munition für politische Ränke lieferten. Verkauft wurde 2008 an die Schweizer Valartis-Banken-Gruppe. CEO der Bank war damals wie heute Andreas Insam, der die Bank seit Gründung leitet und 2009 beim Kauf mitgeboten hat. Die Valartis sorgte 2015 für Zittern, als die Mutter der Liechtensteiner Bank in finanzielle Schieflage geriet und drohte auch die Tochter zu beschädigen.

Die gesunde Valartis-Bank Liechtenstein wurde für knapp 112 Millionen Franken an die Citychamp Watch & Jewellery Group Ltd verkauft, die seither 85 Prozent der Anteile hält, zehn Prozent sind im Eigentum der Insam Familienstiftung, die restlichen fünf Prozent halten 40 Mitarbeiter der Bank. Insam, der in den 90er Jahren nach einer internationalen Banken-Karriere als logischer Nachfolger für den Hypo-Vorstand nach Vorarlberg zurückkehrte und aufgrund des politischen Proporzes schließlich nicht im Vorstand sondern in Liechtenstein landete, kann nach zwanzig Jahren eine ordentliche Bilanz legen. Das mit einer Belegschaft von neun Mitarbeitern gegründete Finanzunternehmen beschäftigt heute 142 Mitarbeiter, 53 davon aus Vorarlberg.

Ein Vorarlberger in Hongkong

„Gemessen am Gewinn nach Steuern nehmen wir den vierten Platz unter insgesamt 15 liechtensteinischen Banken ein“, so Insam. Das verwaltete Vermögen beträgt derzeit 4,5 Milliarden Franken (SFR) und soll, so der Bankier, in den nächsten fünf Jahren auf zehn Milliarden anwachsen. Dafür braucht es mehr Mitarbeiter, nämlich 150 weitere, und ein neues Haus. Das derzeitige Bendura-Gebäude in Bendern wird deshalb derzeit verdoppelt“. Es entsteht ein baugleiches Gebäude, das durch ein Foyer mit dem bestehenden verbunden wird. Bis 2020/21 soll der 43-Millionen-Franken-Bau bezugsfertig sein. Schon im vergangenen Herbst wurde die neue Repräsentanz in Hongkong eröffnet, die vom Vorarlberger Philipp Forster geleitet wird. „Besonders sexy wäre die Gründung einer eigenständigen Bank in Mainland China“, schaut Insam in die Zukunft.

Simma im Verwaltungsrat

Die Bank verkneift sich Interessenkonflikte, in dem sie keine Konten für Aktionäre oder deren Familienmitglieder hält, erklärt Insam, der auch auf die strengen Complience-Regeln hinweist:  „Bei uns kann nicht jeder Kunden werden“. Über die Geschäfte wachen neun Verwaltungsräte, unter ihnen einer der Gründerväter der Bank, Jodok Simma. Simma war Verwaltungsratspräsident bis zum Verkauf 2009. Heute ist er nicht nur Verwaltungsrat der Bendura-Bank, sondern auch Aufsichtratschef der früheren Mutter, der Hypo Vorarlberg.

Bendura Bank

Gegründet 1998 als Hypo Investmentbank AG

Übernahme: 2008 durch die Schweizer Valartis-Gruppe, 2016 Einstieg der Citychamp Watch & Jewellery Group Ltd (China)

Aktionäre: Citychamp Watch & Jewellery Group (85%), Insam Familienstiftung (10%), Mitarbeiter (5%)

Ergebnis 1. Hj 2018: Gewinn nach Steuern CHF 11.8 Millionen

Verwaltetes Vermögen CHF 4,5 Milliarden

Mitarbeiter 142