Wertvoller als das Burgenland

Markt / 06.03.2019 • 22:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Neues Allzeithoch in Vorarlberg: Nachfrage nach Immobilien hielt auch 2018 an.

schwarzach Der Immobilienboom geht ungehindert weiter. Trotz der Preissteigerungen ist die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen ungebrochen. Das zeigt ein Blick ins amtliche Grundbuch, den das Immobilienvermittler-Netzwerk Remax für ihren aktuellen Immobilienspiegel geworfen hat.

Erstmals wurden in Vorarlberg in einem Jahr Immobilien im Wert von beinahe zwei Milliarden Euro (1,96 Milliarden) gehandelt. Gegenüber 2017 bedeutet das eine Steigerung von 401 Millionen Euro oder 25,8 Prozent. Zudem wurde damit sogar das Allzeithoch von 1,58 Milliarden im Jahr 2016 übertroffen.

Viele Neubau-Projekte

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Vorarlberg 6242 Immobilien verbüchert. Dieser Wert liegt nur 1,7 Prozent über dem Rekordjahr 2016, aber 13,8 Prozent über 2017. „Ein derartiger Schub bei Menge und Verkaufswert lässt sich nur über eine große Anzahl an Neubau-Projekten erklären. Und tatsächlich war die Vorarlberger Bauwirtschaft im Vorjahr mehr als voll ausgelastet, konnte ihre Leistungen um gutes Geld verkaufen und sorgte darüber hinaus für enorme Fertigstellungsraten“, so Reinhard Götze von Remax Immowest Vorarlberg.

Auch eine weitere Zahl zeigt den enormen Boom. Im Fünfjahresvergleich ist der Immobilienmarkt in Vorarlberg mengenmäßig um 51,4 Prozent gewachsen, dem Verkaufswert nach sogar um 120 Prozent.

Wie hoch die Preise mittlerweile sind, sieht man auch an einem weiteren Beispiel. So kosteten allein die 1917 im vergangenen Jahr im Bezirk Bregenz gehandelten Immobilien 600 Millionen Euro. Damit ist der Bezirk insgesamt wertvoller als das gesamte Bundesland Burgenland, wo 6178 Immobilien für 573 Millionen Euro verkauft wurden. Der Wertzuwachs in Bregenz betrug nach Remax-Berechnungen 34,2 Prozent, die Anzahl der verkauften Immobilien dagegen nur 12,4 Prozent. Im Bezirk Dornbirn wurden 1401 Immobilien für 486 Millionen Euro verkauft, im Bezirk Feldkirch 1875 Immobilien für 552 Millionen und im Bezirk Bludenz 1049 Immobilien für 318 Millionen Euro.

Die summenmäßig größten Transaktionen in Vorarlberg waren 2018 zwei Hotels in Lech, die für 10,6 bzw. 9,3 Millionen Euro den Besitzer wechselten, Grundstücksflächen in Götzis für 10,2 Millionen Euro, ein zehn Millionen Euro teures Gebäude in Bürs sowie eine Liegenschaft in Hohenems für 9,1 Millionen Euro.

Nachfrage ungebrochen

Auch in Gesamtösterreich stieg die Anzahl der im Grundbuch registrierten Immobilienkäufe im vergangenen Jahr deutlich an. 129.144 Objekte (+6,6 %) wurden insgesamt verbüchert. Der Gesamtwert der gehandelten Immobilien stieg dabei im Vergleich zum Vorjahres-Rekordjahr auf 31,8 Mrd. Euro. Auch 2019 dürfte sich am Immobilienmarkt nichts Wesentliches verändern. VN-reh

„Ein derartiger Schub lässt sich nur über eine große Anzahl an Neubau-Projekten erklären.“